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Leichlingen
Sporthalle saniert - Sportler empört

Leichlingen. Das Foyer darf aus Brandschutzgründen nicht mehr für Veranstaltungen genutzt werden, Von Ina Bodenröder

Einen hohen sechs-, wenn nicht gar siebenstelligen Eurobetrag hat die Stadt in den letzten Jahren investiert, um die in die Jahre gekommene Sporthalle am Scharweg zu sanieren. Böden und Decken, Elektrik und Prallschutz, Dach und Stahlfassade: Fast alles wurde erneuert.

Dpch dieselben Nutzungsmöglichkeiten wie die alte Halle bietet sie den Sportlern und Besuchern im Inneren nicht mehr. Das Foyer darf aus Brandschutzgründen nicht mehr für Veranstaltungen genutzt werden, offenbar ist der Tank für das Löschwasser zu klein.

Besonders betroffen sind die Vereine, die dort ihre Meisterschaften austragen, beispielsweise die Handballer des Turnvereins Witzhelden oder die Badminton-Spieler.

"Das schränkt uns sehr in der Bewirtschaftung zum Beispiel zu den Spielen ein", sagte der Stadtsportverbandsvorsitzende Karlheinz Dick gestern. Für die Vereine sei das ein finanzielles Problem, weil sie damit Geld für ihre Mannschaften einnähmen. Vor der Sanierung sei das nie ein Thema gewesen, und er denke, dass die Sicherstellung des Brandschutzes normalerweise bei einer solchen Generalüberholung dazugehöre.

"Wir sind im Gespräch mit der Stadt, weil wir damit nicht zufrieden sind", sagte Dick. Dass das Problem bei der Renovierung nicht bekannt gewesen ist, kann wohl ausgeschlossen werden: Bereits im Jahr 2012 hatte Wolfgang Kalski, Leiter der städtischen Gebäudewirtschaft, im Witzheldener Bezirksausschuss über den Brandschutz der Halle gesagt: "Der ist einfach nicht mehr zeitgemäß, besteht aus einer Art Teppich. Das macht man heute so nicht mehr, da müssen wir mittelfristig etwas tun."

Astrid Knoblauch, Vorsitzende des TV Witzhelden, bezeichnete die Situation derweil als "dramatisch", vor allem, weil sie in vielen Gesprächen den Eindruck gewonnen hat, dass die Stadtverwaltung nicht mit dem Verein zusammenarbeitet. "Wir haben schon so oft gefragt, was wir tun können. Aber es passiert einfach nichts und wir bekommen keine verbindlichen Termine", berichtete sie.

Auf eigene Vorschläge für den Brandschutz ("Könnte man vielleicht die alten Wassertanks des früheren Ascheplatzes nutzen?") habe sie bislang nichts gehört. "Wir machen uns lächerlich. Es ist fast peinlich, wenn Gastmannschaften auch aus höheren Ligen zu Gast sind", sagte die TVW-Vorsitzende. Denn im Foyer sei auch nach anderthalb Jahren Bauzeit die Decke noch offen, das ganze Umfeld mache einen unprofessionellen Eindruck. Auch der normale Sportbetrieb in der Halle sei beeinträchtigt, weil unter anderem Anschlüsse für die viel genutzte Musikanlage fehlten.

Die Stadtverwaltung teilte auf Nachfrage unserer Redaktion gestern mit, dass sie aktuell ein Unternehmen mit neuen Messungen beauftragt habe, um festzustellen, ob die vorhandene Wassermenge und der Druck ausreichen oder nicht. "Diese Ergebnisse liegen uns aber noch nicht vor", sagte Stadtsprecherin Ute Gerhards. Bis dahin müssten bei größeren Veranstaltungen wie jüngst der Musikveranstaltung "OpenÄhr" Tanklöschfahrzeuge vor Ort sein.

Quelle: RP
 
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