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Leichlingen
Stadt-Chef glaubt an Weggang von Rewe

Leichlingen: Stadt-Chef glaubt an Weggang von Rewe
Was passiert auf dem Rewe-Gelände? Noch ist das unklar. FOTO: Uwe Miserius
Leichlingen. Nach wie vor erscheint vollkommen offen, wie es auf dem Gelände von Tankstelle und Rewe-Kaufpark weitergeht. Politik und Verwaltung erwarten gespannt ein Gespräch von Bürgermeister Steffes mit Grundstücks-Eigentümer Kiefer. Von Roman Zilles

Das Sprichwort von der zuletzt sterbenden Hoffnung, das gilt auch für die Öffnung zur Wupper in der Innenstadt. Seit Jahren wird dieser Wunsch vielfach in der Stadt gehegt. Aber womöglich ist es damit in einer Woche vorbei. Dann werde er sich mit Philipp Kiefer treffen, berichtet Bürgermeister Frank Steffes. Und Thema ist - natürlich - ein nicht unbedeutender Teil der Leichlinger Innenstadtentwicklung: die Pläne für Kiefers Grundstück zwischen Neukirchener Straße und Wupper, auf dem (noch) Tankstelle und Rewe-Kaufpark angesiedelt sind.

In dieser Angelegenheit herrschen seit der Bürgerbefragung im November und dem damit einhergehenden Entschluss, die Stadtparks unangetastet zu lassen, Stillstand und Ungewissheit. Daran änderte sich auch im Stadtentwicklungs-Ausschuss am Montagabend nichts. Offene Fragen der SPD, wann etwa der Mietvertrag der Tankstelle auslaufe beziehungsweise mit einer Bauvoranfrage zur Erweiterung des Rewe-Kaufparks zu rechnen sei, blieben unbeantwortet. Stattdessen richtete Steffes aus, dass Kiefer ihm mitgeteilt habe, dass er noch Zeit benötige, bis er seine Planungen vorstellen könne. Dies soll offenbar im Gespräch nächste Woche geschehen.

Wie diese Pläne aussehen könnten, ist aktuell völlig offen. Und nicht nur das. Auch darüber, ob Kiefer womöglich doch eine Entwicklung des Rathaus-Grundstücks samt Parkplatz erwäge. Dies war als mögliche Alternative zur Ansiedlung eines großen Supermarktes am Wupperufer aufgebracht worden, um so die von vielen angestrebte Öffnung zum Fluss an dieser Stelle hinzubekommen. Zwar habe Kiefer dieses Angebot laut Steffes mit Verweis auf fehlende Wirtschaftlichkeit abgelehnt, aber auch betont, "dass für ihn die Rathaus-Frage von elementarer Bedeutung ist", sagt Steffes. Er ergänzt allerdings, dass er den Eindruck gewonnen habe, dass Kiefer "zufrieden ist mit dem, was er hat: ein abgeschriebenes, renditeträchtiges Objekt" und "dass Rewe Ende des Jahres weg ist, weil meiner Meinung nach ein Umbau im Bestand nicht machbar ist" - der Konzern erwägt, den Standort zum Ende des Jahres aufzugeben.

Vonseiten der BWL wurde der Bürgermeister kritisiert: Es sei "schwer nachzuvollziehen, dass die Kommunikation (mit Kiefer) in dieser wichtigen Angelegenheit in so niedriger Frequenz stattfindet", sagte Martin Steinhäuser (Antwort Steffes: "Zu einem Gespräch gehören immer zwei"). Derweil sprang Christiane Bornmann (SPD) dem Stadt-Chef zur Seite: "Ich erkenne bei Herrn Kiefer auch keinen Willen zu investieren - das könnte er ja bei seinen Wohnungen tun. Er zieht uns am Ring durch die Manege. Da habe ich keine Lust mehr drauf."

Die CDU forderte, mit Kiefer nur noch über mögliche Investitionen auf dessen eigenem Grundstück zu sprechen, also die Rathaus-Option noch vor dem Gespräch nächste Woche vom Tisch zu nehmen. Von einem entsprechenden Antrag sah die Fraktion indes ab - um sich keiner Option zu berauben für den als recht unwahrscheinlich eingestuften Fall, dass Kiefer nächste Woche doch eine Planung für das Rathaus-Areal präsentiert. Oder, wie es Marcus Steinfeld von den Grünen ausdrückte: "Wir haben zehn Jahre über die Öffnung zur Wupper diskutiert, da können wir die paar Tage auch noch warten."

Anfragen von unserer Redaktion zum Stand ihrer Planungen beziehungsweise Überlegungen wurden gestern weder von Rewe noch von Kiefer beantwortet.

Quelle: RP
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