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Leichlingen
Stadt: Der Bauhof ist "handlungsunfähig"

Leichlingen: Stadt: Der Bauhof ist "handlungsunfähig"
Auch das gehört zu den Bauhof-Aufgaben: Schlaglochtrupps bessern jedes Frühjahr nach der Frostperiode die Straßen und Wege aus. FOTO: uwe miserius (archiv)
Leichlingen. Wegen des hohen Krankenstandes müssen selbst kleinere Arbeiten zurzeit liegen bleiben. Die Politik soll jetzt helfen. Von Ina Bodenröder

Ein kurzer Satz macht das ganze Dilemma deutlich, in dem der städtische Bauhof seit geraumer Zeit steckt: "Die Stadt Leichlingen ist aus personellen Gründen derzeit nicht in der Lage, den Antrag umzusetzen", schreibt die Verwaltung in Ihrer Vorlage für den Infrastruktur, Verkehrs- und Betriebsausschuss (IVB) und muss damit einen Antrag der UWG abschlägig bescheiden

. Die hatte gefordert, an der Moltkestraße auf Höhe "Tiergarten" die Bordsteine abzusenken, um Barrieren für gehbehinderte Menschen zu beseitigen.

Obwohl es sich nur um eine vermeintlich kleine Maßnahme handelt, stehen Tiefbauamts- und Bauhofleiter Jürgen Scholze derzeit nicht genug Mitarbeiter zur Verfügung, um sie erledigen zu können. "Im Tiefbauamt bearbeitet neben Herrn Scholze ein Mitarbeiter sämtliche Tiefbauaufgaben der ganzen Stadt", erläuterte Andrea Murauer, Leiterin des städtischen Fachbereichs Bauen und Wohnen.

Scholze selbst sprach in dem Zusammenhang von "handlungsunfähig", Murauer bezeichnete die Lage als unflexibel, was zusätzliche Aufgaben im Tiefbau angehe. "Wir haben überhaupt keine Möglichkeit, auf unverhoffte Projekte zu reagieren", sagte die Fachbereichsleiterin.

Hinzu käme, dass der Krankenstand im Bauhof mit überwiegend älteren Mitarbeitern mit rund 16 Prozent vergleichsweise hoch läge.

"Dabei handelt es sich um drei bis vier Mitarbeiter, die seit mehreren Jahrzehnten schwere körperliche Arbeit ausführen", hatte Scholze bereits früher erklärt. Da seien längerfristige Krankheitsausfälle nichts Ungewöhnliches. Dadurch blieben allerdings auch eine Reihe weiterer Sanierungsarbeiten wie an der Grundschule Bennert vorerst in der Warteschleife.

Sowohl Andrea Murauer als auch Jürgen Scholze hoffen nun auf Unterstützung durch einen weiteren Mitarbeiter, wenn die Politiker in ihren aktuellen Etatverhandlungen die Gelder für eine derzeit freie Stelle im Tiefbauamt freigeben sollten. "Die Position eines weiteren Tiefbauingenieurs ist seit längerem vakant", sagte Murauer. Sie strebe an, sie in die Bauhofleitung umzuwandeln, um Jürgen Scholze zu entlasten.

Zu den Aufgaben des Tiefbauamtes und des Bauhofes gehören derzeit unter anderem die Pflege der Straßen, Grünanlagen und Spielplätze, aber auch Flüchtlingsarbeit, Bereitschaftseinsatz und Brauchtum zum Beispiel auf dem Leichlinger Obstmarkt.

Bis zum Jahr 2018 wollen Andrea Murauer und Jürgen Scholze ein detailliertes Konzept entwickeln, das die Aufgaben des Leichlinger Bauhofes exakt definiert und mit Kosten versieht.

Auf der Basis soll später entschieden werden, ob die Arbeiten unter Regie der Stadt bleiben oder künftig durch externe Anbieter erledigt werden.

Quelle: RP
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