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Leichlingen
Stadt sucht Firmen, die Flüchtlinge einstellen und ausbilden

Leichlingen. Die Zahl der Flüchtlinge, die nach Deutschland kommen, wächst immer weiter. In Leichlingen sind mittlerweile rund 240 Asylbewerber untergebracht, Tendenz steigend. Doch neben dem riesigen Problem, die Männer, Frauen und Kinder angemessen unterzubringen und zu betreuen, gibt es auch positive Signale aus dem Sozialamt. Vier Leichlinger Unternehmen haben sich beispielsweise bereiterklärt, sowohl anerkannte Asylanten als auch geduldete Asylbewerber anzustellen oder auszubilden. Das ist möglich, weil deren Arbeitsverbot auf drei Monate reduziert wurde und sie dann nach Absprache und Prüfung durch die Ausländerbehörde und die Agentur für Arbeit eine nicht selbstständige Tätigkeit aufnehmen dürfen. Von Ina Bodenröder

Romana Arendes, Ansprechpartnerin für die Asylbewerber und Flüchtlinge im Leichlinger Sozialamt, sagt dazu: "Das Prozedere ist für die Unternehmen ziemlich umständlich und dauert in der Regel zwischen vier und sechs Wochen. Aber diese Firmen haben sich bereiterklärt, den Weg mitzugehen." Das habe nicht nur für die Migranten große Vorteile, die nicht mehr untätig monatelang auf die Entscheidung über ihren Asylantrag warten müssten. "Durch die Erwerbstätigkeit haben sie eine eigene Krankenversicherung, was die Stadt entlastet", erklärt Arendes. Sie hoffe nun auf weitere Unternehmen, die sich in dieser Weise engagieren.

Vor neue Herausforderungen werden derzeit auch die örtlichen Schulen gestellt, weil zunehmend schulpflichtige Flüchtlingskinder nach Leichlingen kommen. Arendes ist deshalb mit der Grundschule Uferstraße und der Realschule in Gesprächen, wie die Schüler integriert werden können. "Für die Realschule planen wir die Einrichtung einer internationalen Vorbereitungsklasse. Wenn alles gut läuft, kann sie vielleicht schon in zwei Wochen an den Start gehen", berichtet Arendes. Jüngere Flüchtlingskinder könnte möglicherweise die Grundschule Uferstraße aufnehmen.

Zur Unterstützung der Arbeit hat die Sozialamtsmitarbeiterin ehrenamtliche Dolmetscher angesprochen, die der Schule zumindest nachmittags zur Seite stehen könnten.

Sozusagen zum Selbstläufer wird derweil das Café International, das in Kooperation mit Jugendamt und Kinder- und Jugendparlament im Jugendzentrum eingerichtet wurde. Hier treffen sich donnerstagsabends Leichlinger Jugendliche und Asylbewerber zwischen 18 und 23 Jahren. "Natürlich gab es am Anfang Berührungsängste", erzählt Arendes. Doch mittlerweile begegnen sich die jungen Leute ganz selbstverständlich und kommen miteinander ins Gespräch.

So könnte es auch laufen, wenn die Musikschule ihr neuestes Vorhaben umsetzt. In dieser Woche startet ein Projekt, bei dem die Migranten gemeinsam Musik machen - mit der Perspektive, vielleicht sogar eine internationale Band auf die Beine zu stellen. Darüber, welche Aktionen und Projekte - städtische oder ehrenamtliche - in Leichlingen laufen oder geplant sind, soll derweil zukünftig eine Internetseite informieren. Sie ist noch nicht fertig, soll aber bald alle Informationen über Unterstützungsmöglichkeiten für die Flüchtlinge bereitstellen.

Quelle: RP
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