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Leichlingen
Stadtfest: gut, aber zu sehr im Brückerfeld

Leichlingen: Stadtfest: gut, aber zu sehr im Brückerfeld
Die Tanzformation BigStyle (oben) eröffnete das Stadtfest mit ihrem Auftritt noch vor Steffes' Fassanstich. Neben Bühnenprogramm lockte das Angebot an den Ständen (im Bild: Schulverein Bennert) die zahlreichen Besucher. FOTO: Uwe Miserius
Leichlingen. 90 Händler, 30 Vereine, Musik, viel zum Schauen, Staunen, Stöbern. Das Stadtfest lockte die Besucher am Wochenende zahlreich an. Aber es gab auch Kritik: Die fehlende Bühne auf dem Brückenplatz verlagere die Zuschauerströme hinter die Brücke. Von Ina Bodenröder

Städte, die was auf sich halten, eröffnen dieser Tage reihenweise ihre Feste mit einem Fassanstich. Leichlingen durfte da natürlich nicht fehlen: Bürgermeister Frank Steffes hat am Samstagnachmittag das erste offizielle Kölsch des diesjährigen Stadtfestes gezapft. "Was ist das Münchener Oktoberfest schon gegen das Leichlinger Stadtfest", rief Steffes dem Publikum zu, um die Frage gleich selbst zu beantworten: "Nichts, und deshalb bin ich heute viel lieber hier!"

Ähnliche Prioritäten setzten in diesem Jahr viele Leichlinger und Besucher aus Nachbarstädten, das Fest war über zwei Tage gut besucht. Einen traditionellen Höhepunkt bildete die Musik auf der Bühne im Brückerfeld am Samstagabend. Mit dem Leverkusener Trio "Triple Sec" hatten die Organisatoren eine Coverband engagiert, die leidenschaftlich spielte und mit Sänger Torsten Huber einen Frontmann hatte, der das Ganze auch noch äußerst humorvoll verpackte und das Publikum mitzog. Mit dem Aussehen eines "Heavy-Metall-Headbangers" sang Huber mit seinen Kollegen Ohrwürmer von Pink Floyd oder Status Quo bis hin zu Neue Deutsche Welle-Hits wie "Skandal im Sperrbezirk" der Spider Murphy Band. Ganz skurril, aber richtig unterhaltsam wurde es, als die Drei auch noch Lieder von Abba anstimmten und das Publikum begeistert mitsang.

FOTO: Miserius, Uwe (umi)

Musikalisch völlig anders, aber eine echte Premiere feierten derweil am Sonntagvormittag fünf Leichlinger Chöre auf der Postwiesen-Bühne. "Das ist eine Uraufführung, wir singen hier zum ersten Mal alle zusammen", verkündeten Richard Kuntze und Christof Jansen von der Germania Büscherhöfen und dem Liederkranz Metzholz. Der kräftige Klang der rund 100 Stimmen wurde zur guten Werbung für die Chöre. Wer nicht der Musik wegen in die Innenstadt gekommen war, konnte in diesem Jahr an rund 90 Ständen vorbeischlendern und einkaufen. "Wir haben diesmal 30 Vereine und 90 Händler dabei", sagte Maurice Winter vom Organisationsteam.

Dennoch gab's auch Kritik. Denn was einige Besucher und Aussteller eher negativ bewerteten, war die zum ersten Mal fehlende Bühne auf dem Brückenplatz. "Ich bin seit 40 Jahren dabei, und ich finde es echt schade, dass das Fest jetzt erst hinter der Brücke anfängt", sagte die Leichlingerin Sabine Braun. Sie hatte zudem den Eindruck, dass dadurch am Samstagvormittag nicht mehr so viele Besucher den Weg auf den Trödelmarkt im Pastorat fanden. Auch Nikolas Hammerstein, der am Stand der Ehrensenatoren im Festkomitee Leichlinger Karneval in der Brückenstraße im Einsatz war, beobachtete weniger Besucher in der Straße. "Es konzentriert sich jetzt alles im Brückerfeld", sagte er.

FOTO: Miserius, Uwe (umi)

Das Organisationsteam sah sich zu dem Schritt gezwungen, weil die Kosten für die dritte Bühne zu hoch wurden. "Wir stellen uns damit solide für die Zukunft auf", sagte Maurice Winter. Immerhin wird der Gewinn des Festes an die Leichlinger Vereine ausgeschüttet.

Quelle: RP
 
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