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Leichlingen
Szenisches Spiel mit zarten Schwächen

Leichlingen: Szenisches Spiel mit zarten Schwächen
Die Leidenschaft wurde von Johanna Frankenberger gespielt. FOTO: UM
Leichlingen. Der Literaturkursus des Städtischen Gymnasiums präsentierte am Freitag das szenische Spiel "Café Heart of the City". Es wurde von Lehrer Michael Bauer geschrieben.

Auch wenn die vier Hexen Leidenschaft (Johanna Frankenberg), Egoismus (Chiara Lensker), Eifersucht (Julia Blum) und Frust (Pia Pappelreuter) einen kurzen Auftritt in dem Stück hatten, waren sie die Strippenzieherinnen. Denn zwischen den Hexen entbrennt ein Konkurrenzkampf: Jede Hexe versucht mit ihrem Gefühl das Handeln und Denken der Menschen zu bestimmen. Als Spielobjekte dienen ihnen die Besucher des Cafés "Heart of the City".

Und in besagtes Café kommen zahlreiche Personen und mit ihnen all ihre Probleme, Sorgen und Wünsche, die den Zuschauern nur allzu bekannt sein dürften. Da ist zum Beispiel Lena (Matthäa Hellmeister), die verzweifelt auf der Suche nach einem Freund ist. Bisher hatte sie immer Pech, dementsprechend groß sind ihre Hoffnungen, dass aus ihrem bevorstehenden Date endlich die große Liebe wird. Während Lena also im Café wartet, trifft am anderen Tisch ein Ehepaar mitsamt Mediator ein, der endlich die Probleme in der festgefahrenen Beziehung lösen soll. Das Paar gerät jedoch prompt in einen gewaltigen Streit. Wie Alexander Weber und Yvonne Seidel diesen inbrünstig spielten, war wirklich gut und äußerst amüsant. Der Mediator kapituliert, das Paar regt sich über ihn auf und findet auf diesem Wege wieder zueinander. Das war ein wenig plump und leider sorgte ausgerechnet diese Plumpheit dafür, dass sich zeigte, welche Hexe hier die Siegerin war. Denn nicht bei allen Figuren ging das Handlungskonzept auf. So blieb bei einigen unklar, inwiefern der Kampf der Hexen mit ihrem Verhalten zusammenhängen sollte.

Demgegenüber waren jedoch zwei Dinge besonders gelungen. Zum einen bediente sich Lehrer Bauer beim Verfassen der Dialoge der Alltagssprache, gerade auch der der Jugendlichen. Das sorgte für ein hohes Maß an Authentizität und verlieh dem Stück zusätzlich ein modernes Gewand. Zum anderen verstand er es, alle Schüler einzubinden und ihre jeweiligen Stärken zu betonen. So glänzte zum Beispiel Kim Härtle mit einer Tanz- und Sarah Scholz mit einer Gesangseinlage. Das Publikum schien sich ohnehin weniger an den Unzulänglichkeiten des Stücks gestört zu haben. Vor allem bei dem jüngerem Publikum überwog ganz klar die Freude über die Leistung ihrer Mitschüler auf der Bühne. Immer wieder bedachten sie diese mit Applaus.

(aks)
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