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Leichlingen
Tierhilfe fordert: Katzen kastrieren und registrieren

Top 20: Die schönsten Katzen unserer Leser 2017
Top 20: Die schönsten Katzen unserer Leser 2017 FOTO: Ruth Meir
Leichlingen. Freilebende Tiere und ihr Nachwuchs seien auf Dauer nicht in der Lage, sich selbst zu ernähren, Von Ina Bodenröder

Die Tierhilfe Leichlingen hat einen Bürgerantrag gestellt, dass die Stadt eine Kastrations-, Registrierungs- und Kennzeichnungspflicht für Freigänger-Katzen im Stadtgebiet einführt. Damit folgt der Verein dem Beispiel der Stadt Paderborn: Die hatte als erste Kommune 2008 diese Pflicht für Katzenhalter eingeführt (Paderborner Modell). Hintergrund des Antrages ist die ständig steigende Zahl herrenloser und verwilderter Katzen im Leichlinger Stadtgebiet.

"Diese freilebenden Tiere und deren Nachwuchs sind meist nicht imstande, sich und ihren Nachwuchs dauerhaft selbst zu ernähren. Tiere, die nicht an Futterstellen betreut werden, verelenden und gehen leidvoll ein", begründet die Tierhilfe ihr Anliegen. Die freilebenden Katzen stammen meist aus Privathaushalten. "Viele Katzenbesitzer, die ihre Tiere unkastriert frei herumlaufen lassen, denken nicht darüber nach oder zeigen sich gleichgültig, dass diese sich dann zwangsläufig vermehren", schreibt der Verein weiter. Wenn die Katzen künftig kastriert werden müssten, solle dies dazu beitragen, dass die Zahl freilebender Katzen sinkt. Denn die teils kranken Katzen versuchen zunehmend, in und um Privathaushalte an Futter zu gelangen. Kranke, halb verhungerte, freilebende Katzen stellen laut Tierhilfe eine sogenannte Störung der öffentlichen Sicherheit dar, die von der Kommune als zuständige Behörde zu lösen sei.

Besonders groß scheint das Problem derzeit im Diepental zu sein, wo das Kreisveterinäramt bereits mit Stadt und Tierhilfe zusammenarbeitet: Die Tiere werden eingefangen, kastriert, gekennzeichnet und danach wieder ausgesetzt. Für die weitere Versorgung sorgt die Tierhilfe mit erheblichem personellen und finanziellen Einsatz an aktuell sieben betreuten Futterstellen im Stadtgebiet. "Mittlerweile sieht sich die Tierhilfe Leichlingen jedoch nicht mehr in der Lage, das Problem der Katzenüberpopulation ohne flankierende Maßnahmen seitens der Behörden zu lösen", heißt es im Bürgerantrag.

Grace, die schönste Katze unserer Leser 2016 FOTO: Giulia Bianco

Die Tierschützer hoffen darauf, dass eine entsprechende Rechtsverpflichtung bei den Katzenhaltern ein Umdenken hervorruft, da sie ansonsten zur Kasse gebeten werden: Durch eine Kennzeichnung könnten die Tiere zu ihren Besitzern zurückgebracht werden, die dann die weitere Versorgung übernimmt. "Dies würde die Kommune, die aufgrund ihrer gesetzlichen Verantwortung für Fundtiere einen Beitrag zu den Kosten beitragen muss, finanziell entlasten", sagen die ehrenamtlichen Helfer der Tierhilfe Leichlingen.

Bürgermeister Frank Steffes hat indes bereits Zustimmung signalisiert: "Ich unterstütze diesen Antrag. Die Verwaltung wird dazu einen Lösungsvorschlag erarbeiten."

Quelle: RP
 
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