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Leichlingen
Tod auf Gleisen schockt viele Wartende

Leichlingen: Tod auf Gleisen schockt viele Wartende
Etwa 20 Wartende mussten am Freitag im Bahnhof Leichlingen mit ansehen, wie ein Mann vor einen Schnellzug sprang. Er war sofort tot. FOTO: Martin Beils
Leichlingen. Am Freitag stürzte sich ein Mann um etwa 7.30 Uhr vor einen Intercity, der durch den Bahnhof Leichlingen fuhr. Der Bahnverkehr blieb bis 10.15 Uhr in beide Richtungen gesperrt. Eine Zeugin musste ins Krankenhaus gebracht werden. Von Gundhild Tillmanns

Für großes Aufsehen und Betroffenheit sorgte gestern Morgen gegen 7.30 Uhr ein Todesfall am Bahnhof Leichlingen. Ein Mann hatte sich im Beisein von etwa 20 Wartenden auf dem Bahngleis vor einen mit hohem Tempo durchfahrenden Intercity-Zug geworfen. Der Mann war sofort tot.

Eine Frau, die den Suizid beobachtet hatte, musste vom Notarzt in ein Krankenhaus zur Beobachtung und Schocktherapie gebracht werden. Zunächst waren die lokale Polizei und die Feuerwehr über die Kreisleitstelle zum Einsatz gerufen worden. Kurz darauf traf die Bundespolizei ein, die die Ermittlungen aufnahm. Zu diesem Zeitpunkt hatten Polizei und Feuerwehr den gesamten Bahnhofsbereich bereits abgesperrt und den Notfallseelsorger bestellt. Der Seelsorger betreute die Zeugin und weitere Passanten nach dem Schock. Der Lokführer, der sofort ausgetauscht wurde, wird von Kräften der Deutschen Bahn weiter betreut. Der Intercity war, nachdem sich der Mann auf das Gleis gestürzt hatte, trotz Notbremsung erst auf dem Steilstück hinter dem Tunnel Moltkestraße in Richtung Opladen zum Halten gekommen. Die Fahrgäste blieben im Zug, der erst um 10.15 Uhr mit einem ausgetauschten Lokführer zur Weiterfahrt freigegeben wurde.

Der Zugverkehr blieb zwischen 7.30 und 10.15 Uhr in beide Richtungen komplett unterbrochen. Die Deutsche Bahn setzte zwischen Solingen und Opladen einen Schienenersatzverkehr mit Bussen ein. Über Twitter teilte das Unternehmen am Morgen mit, dass der RE7 über Düsseldorf umgeleitet wurde. Die Regionalbahn der Linie 48 wendete vorzeitig. Von der Freiwilligen Feuerwehr Leichlingen war der Löschzug Stadt mit 25 Mann die ganze Zeit über am Einsatzort. Der Löschzug 3 war zwar ebenfalls alarmiert worden, wurde aber nicht mehr benötigt. Notarzt und Rettungswagen sowie ein örtlicher Bestatter, der den Toten aufnahm, wurden ebenfalls zum Bahnhof gerufen.

Feuerwehr-Einsatzleiter Stefan Meiner kennt solche tragischen Fälle am Bahnhof in Leichlingen aus seinen langjährigen Erfahrungen: "Es war aber lange Ruhe, den letzten Toten hatten wir hier vor eineinhalb Jahren", berichtete er. Glücklicherweise seien am frühen Morgen noch keine Schulinder unter den Wartenden auf dem Bahnsteig gewesen, fügte er hinzu.

Quelle: RP
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