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Leichlingen
Trainerin macht Mädchen gegen Angriffe stark

Leichlingen. Ein größeres Selbstbewusstsein, sagt die Leiterin des Jugendzentrums, kann Teenies besser schützen. Von Carolin Hain

"Ich kann mich schützen" - dieses Gefühl versucht Sabine Riegler jungen Mädchen in ihrem Selbstsicherheitstrainig zu vermitteln. Die Diplom-Sozialpädagogin und Leiterin des Kinder- und Jugendzentrums Leichlingen gibt Selbstsicherheitstrainings für Mädchen ab zehn bis 15 Jahre. Seit 23 Jahren ist sie im Kinder- und Jugendzentrum tätig, 15 Jahre davon als Selbstsicherheitstrainerin. Inspiriert hat Riegler ein Selbstverteidigungskursus, an dem sie selbst teilnahm.

Den Unterschied zwischen ihrem Angebot und der Selbstverteidigung beschreibt Sabine Riegler so: "Bei der Selbstverteidigung geht es mehr um die körperliche Abwehr." Das Selbstsicherheitstraining beschreibt sie hingegen als die Schulung des Bewusstseins: "Ich kann etwas tun", das will sie auch den Mädchen vermitteln. "Mir geht es um die Ich-Stärkung", betont Riegler immer wieder.

Den Mädchen zeigt sie anhand von Rollenspielen, wie sie sich verhalten sollen und wie sie handeln können, wenn jemand Fremdes in ihre Wohlfühlzone eindringt. Als Beispiel wählt Riegler diese Situation: in einem vollen Bus bedrängt zu werden. In dem Fall rät die Selbstsicherheitstrainerin zum Handeln: "Es gibt mehrere Möglichkeiten, man kann zum Busfahrer gehen, was sagen, Hilfe suchen, an der nächsten Haltestelle aussteigen oder es später der Mutter erzählen." Solche und ähnliche Handlungsmöglichkeiten bespricht Sabine Riegler mit den Mädchen in ihrem Kurs. Sie will den Teilnehmerinnen vermitteln, dass sie immer etwas tun können - ob mit Sprache, durch Hilfeholen oder einfach dadurch, dass sie weglaufen. Bei dem Kursus werden die körpereigenen Waffen trainiert. Dazu gehören, außer den Fäusten, vor allem auch die Stimme. Waffen wie Pfefferspray sind laut der Diplom-Sozialpädagogin mit Vorsicht zu gebrauchen: "Alle Waffen, die man bei sich trägt, können gegen einen verwendet werden", warnt sie. Zum Selbstschutz würden körpereigene Waffen ausreichen. Die Kurse auch für jüngere Mädchen ab zehn Jahren anzubieten, ist für Sabine Riegler wichtig, da in diesem Alter ein Schulwechsel ansteht und für die Kinder ein neuer Lebensabschnitt beginnt, sagt sie.

Das Kindertraining sieht sie als eine Art der Prävention. Für sie ist es wichtig, die Kinder darauf vorzubereiten, im Ernstfall nicht in eine Schockstarre zu verfallen, sondern handeln zu können. Den jüngeren Mädchen von zehn bis zwölf Jahren bringt die Sozialpädagogin noch keine Techniken bei. Ihnen wird gezeigt, dass sie Kraft haben. Spielerisch sollen die Mädchen bei Kämpfen auf Judomatten ihre Kräfte messen. Die Älteren ab 14 Jahren lernen ein paar Techniken, doch "Griffe bringen nichts ohne die richtige Intention", merkt Riegler an.

Als Leiterin des Kinder- und Jugendzentrums achte sie zudem darauf, dass die Kinder und Jugendlichen vor Ort die Wohlfühlzone des Anderen respektieren.

Quelle: RP
 
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