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Leichlingen
Über 50 Klangpunkte und viel Musik

Leichlingen: Über 50 Klangpunkte und viel Musik
Anja Stähler und weitere 25 Künstler zeigten am Wochenende in Leichlingen ihre Kunstfertigkeiten. FOTO: Uwe Miserius
Leichlingen. Eine Schnecke für den Garten sollte es werden, das Objekt, an dem die Kölnerin Anne Störing arbeitete. Sie hatte den genau dazu passenden Stein gefunden, der "nur noch schön gemacht werden wollte." Von Gabi Knops-Feiler

Anne Störing war am Wochenende eine von insgesamt 26 Künstlern, die sich an der fünften Leichlinger Kunst- und Klangmeile beteiligten. Wie vor zwei Jahren hatte der Leichlinger Steinmetz und Bildhauer Berthold Welter unter dem Motto "Total bekloppt" seine Künstlerkollegen aus der Umgebung eingeladen, um mit ihm die Klammer zwischen Kunst- und Klangmeile zu bilden.

Denn genau in dieser Funktion sah er seine Aufgabe. "Das Klopfen und Hämmern erzeugt ebenfalls einen Klang", sagte Welter. Über Stunden erklangen die Geräusche rund um das Ehrenmal, während sich die Akteure auf ihr Werk konzentrierten und immer mal wieder die Kreationen der Kollegen bewunderten oder Fragen von Bürgern beantworteten.

Alle Teilnehmer waren voll des Lobes: über das inspirierende Ambiente, die entspannte Atmosphäre, das gute Wir-Gefühl, aber vor allem über die ideale Vorbereitung und das gut geschärfte Werkzeug des Fachmannes. Außer 45 Tuffsteinen aus der Eifel hatte Welter rund 150 Meißel und 50 Knüpfel, also Holzhämmer, bereit gelegt. Am Sonntag kam, sehr zu seiner Freude, sogar eine Gruppe Asylanten zu Besuch und wirkte ebenfalls mit. Über 50 Kunst- und Klangpunkte luden zum Verweilen ein. Ensembles der Kirchengemeinden, von Schulen und Musikschule, Chören, Musikgruppen sowie Solisten sangen und musizierten.

Weder Steine noch Instrumente, sondern Papier und Farbe bilden die Grundlagen für die Werke der übrigen 26, ausschließlich Leichlinger Künstler, die ihre Arbeiten seit Samstag in den Schaufenstern von 24 Leichlinger Fachgeschäften der gesamten Innenstadt präsentieren. Im Rahmen der "28. Leichlinger Straßengalerie" haben Künstler noch bis 5. Juli Gelegenheit, sich einem breiten Publikum vorzustellen, das normalerweise kein Atelier und keine Galerie besuchen würde. Eifelturm in Acryl von Regine Evertz, Blütenbilder von Ilse Wedekind oder fotografierte Musikszenen von Peter Karad kamen bestens zur Geltung. Eigentlich sollte sich Leichlingen nicht nur als Blüten-, sondern auch als Kunststadt bezeichnen.

Quelle: RP
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