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Leichlingen
Unbekannte zerstören Hochsitze im Wald

Leichlingen: Unbekannte zerstören Hochsitze im Wald
Waldhüter Manfred Hennrichs ärgert sich über einen beschädigten Hochsitz im Haus Vorster Wald. FOTO: Uwe Miserius
Leichlingen. Im Haus Vorster Wald können an zwei Stellen vorerst keine Tiere mehr beobachtet werden: Zwei Ansitze wurden stark beschädigt. Von Ina Bodenröder

War es jugendlicher Übermut, zu viel Alkohol am Vatertag oder einfach sinnlose Zerstörungswut? Im Haus Vorster Wald sind am Donnerstag zwischen 15 und 20 Uhr gleich zwei Jägerhochsitze beschädigt worden - einer so stark, dass er nicht mehr zu reparieren ist. "Am Nachmittag ist ein Bekannter mit seinem Hund hier spazieren gegangen, da war offenbar noch alles in Ordnung", berichtete gestern Manfred Hennrichs, forstwirtschaftlicher Vertreter des Waldeigentümers Clemens Graf von Mirbach-Harff. Als er am Abend selbst noch einmal eine Runde drehte, entdeckte er den Schaden.

Gerade den Ansitz am Waldesrand mit Blick auf Balken und auf eine große Wiese nutzen nicht nur die Jäger, um Hasen, Rehe, Füchse, Dachse oder Marder zu beobachten. "Hier beginnen immer meine Führungen durch den Wald", sagt Hennrichs. Insbesondere bei Kindergartenkindern sei die Stelle sehr beliebt. "Nach unseren Runden können sie hier ausruhen, spielen, sich im Farn verstecken und auch auf den Ansitz klettern. Das finden alle toll."

Vor zehn Jahren habe er das Gestell gebaut. Bislang sei im Gegensatz zu den Sitzen am Hülser Hof nichts passiert. Speziell für die Kinder aber ist der Vandalismus an dieser Stelle besonders schade. "Das kann ich noch nicht einmal allein wieder aufstellen, wenn ich die Kanzel geflickt habe", ärgert sich auch der Waldhüter.

Noch unsinniger aber erscheint ein ähnlicher Fall der Verwüstung mitten im Wald. Dort wurde im gleichen Zeitraum ebenfalls ein Jägersitz umgeworfen, dabei aber so sehr zerstört, dass er nach Ansicht des Forstwirts nicht mehr zu retten sein wird.

Wer aber geht gezielt ins Unterholz, um seiner Zerstörungswut freien Lauf zu lassen? Oder hat das Ganze mit Jugendlichen zu tun, die in unmittelbarer Nähe seit einiger Zeit Hütten im Wald bauen? "Die haben letztens ihr Bauwerk mit Plastikfolie abgedeckt, die ich aber wegnehmen musste", sagt Manfred Hennrichs. Grundsätzlich habe er nichts dagegen, dass die jungen Leute Waldhäuser bauten. "Aber bitte nur mit Materialien, die sie hier im Wald finden. Nägel, Plastikfolie oder Pressspanplatten haben hier zum Schutz der Tiere absolut nichts verloren", betont der Forstvertreter.

Bei der Gelegenheit bat er auch noch einmal die Hundebesitzer auf besondere Rücksicht in der aktuellen Brut- und Setzzeit. "Die Hunde müssen im Wald an die Leine genommen werden", erklärt Hennrichs. "Die jungen Hasen sind gerade geboren, die Rehe sind Ende Mai, Anfang Juni an der Reihe. Wenn die Muttertiere jetzt gehetzt werden, stehen sie das nicht durch und brechen sich möglicherweise die Knochen."

Quelle: RP
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