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Leverkusen
Unfall im Wald: Rettungspunkte helfen

Leverkusen: Unfall im Wald: Rettungspunkte helfen
Mit dem Quad und einem Anhänger kann der Löschzug III der Feuerwehr Leichlingen Verletzte besonders schonend transportieren und aus unwegsamem Gelände retten. Das Quad war am Sonntag wieder im Einsatz. FOTO: Übungsbild der Feuerwehr
Leverkusen. Bei dem Mountainbike-Unfall am Sonntag hatte der Verletzte Glück im Unglück. Er verunglückte auf Solinger Seite, wo es bereits Rettungspunkte im Wald gibt. In Leichlingen und Leverkusen gibt es die noch nicht, werden aber gefordert. Von Gundhild Tillmanns

Ein schöner Sonntagsausflug mit dem Mountainbike endete für einen 39-jährigen Sportler am Sonntag im Klinikum Leverkusen. Nach einem Sturz im Wald zwischen Witzhelden und Solingen-Glüder musste er mit einer schmerzhaften Schulterprellung gerettet werden. 400 Meter weit vom Waldweg entfernt fanden die Rettungskräfte aus Solingen und der Notarzt den Verletzten.

Die Suche gestaltete sich ausnahmsweise nicht schwierig, wie der Solinger Feuerwehrchef Frank-Michael Fischer berichtet: "Da haben wir schon ganz andere Fälle erlebt", sagte er der RP und verwies in diesem Zusammenhang auf die Wichtigkeit von Rettungspunkten in den heimischen Wäldern. Denn im Gegensatz zu Leichlingen und auch Leverkusen hat Solingen bereits seit drei Jahren Rettungspunkte eingeführt: "Die sind absolut sinnvoll und deshalb auch den anderen Gemeinden zu empfehlen", betont Fischer. Denn die Leute, die sich im Wald bewegten, merkten sich erfahrungsgemäß auch die Rettungspunkte. "Das Gros der Alarmierungen geht bei uns mittlerweile mit der Nennung des Rettungspunktes ein", freut sich Fischer. Ganz anders sieht dies in Leichlingen aus. In den angrenzenden Wäldern zwischen Witzhelden und Solingen hat es schon mehrfach stundenlange Verletztensuchaktionen gegeben. Deshalb erneuert der Leichlinger Feuerwehrchef Ronald Hillbrenner auch seine Forderung nach Rettungspunkten. "Es ist einfach immer noch nicht in den Köpfen, wie wichtig solche Rettungspunkte sind", bedauert Hillbrenner.

Auch auf Leverkusener Seite gibt es einen Stillstand in den Bemühungen, Orientierungssysteme für die Waldrettung zu schaffen. Der Leverkusener Lothar Rindt hat nach eigenen Angaben immer noch keine Erlaubnis des Bürgerbusch-Besitzers, dort von der Sparkasse finanzierte Namenschilder für die Waldwege anzubringen: "Bei mir liegt alles bereit für die Schilder. Uns fehlt nur die Erlaubnis des Besitzers", erneuert Rindt sein Angebot.

Die Unfallrettung am Sonntag hat für die Feuerwehr Solingen ein böses Nachspiel. Der bei der Anfahrt aus der Bahn geworfene Löschwagen mit einem Neuwert von 360 000 Euro habe einen wirtschaftlichen Totalschaden erlitten, berichtet der Feuerwehrchef. Glücklicherweise seien aber die ersten Rettungskräfte und auch der Notarzt schon als Erste bei dem Mountainbiker gewesen, bevor die Straße durch den umgestürzten Feuerwehrwagen blockiert wurde.

Deshalb war für die Rettung des Opfers im Wald der Löschzug III der Leichlinger Feuerwehr mit seinem Quad angefordert worden. "Aber auch das hat noch mal einige Zeit gedauert, weil der Feuerwehrwagen mit dem Quad ebenfalls einen Unfall auf der Anfahrt hatte", erinnert Fischer. So sei der Verletzte zwar sofort notärztlich versorgt worden, bis zu seinem Abtransport habe es aber einige Zeit gedauert. Zahlen muss der 39-Jährige seinen Rettungseinsatz aber nicht, wie Fischer auf RP-Nachfrage erklärt. Für die technische Rettung komme die Stadt auf, für den Transport mit dem Rettungswagen in der Regel die Krankenkasse. Es gebe aber Grenzfälle, wo Sportler selbst für einen möglichen Rettungseinsatz aufkommen müssten: "Der Base-Jumper von der Müngstener Brücke musste für seine Rettung zahlen. Kanufahrer auf der Wupper müssen es nicht, der Floßfahrer war aber ein Grenzfall", berichtet der Feuerwehrchef.

Quelle: RP
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