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Leichlingen
Vandalismus an Feuerwehr-Fahrzeugen

Leichlingen. Am Rande ihrer Jahreshauptversammlung kam es bei der Freiwilligen Feuerwehr zu Vandalismus und Manipulationen an Einsatzfahrzeugen. An einem der Wagen, der rund um das Gemeindehaus der evangelischen Kirche abgestellt worden war, wurde ein Blaulicht im Bereich des Kühlergrills beschädigt. "Zudem haben wir festgestellt, dass Gerätefächer durchwühlt worden sind", berichtete Gerätewart Andreas Hartwig. Von M. Brüggendiek und R. Zilles

Wer sich an den Fahrzeugen zu schaffen gemacht hatte, war unklar. Zumal den Wehrleuten der Vorfall nicht unmittelbar nach der Versammlung auffiel. So zeigte sich etwa erst bei einem Einsatz im Bereich der Moltkestraße im Laufe des Abends, dass jemand die Regler aufgedreht hatte, über die an einem Fahrzeug die Wasserzufuhr zu den Schläuchen geregelt wird. "Da ist sofort ein Schwall Wasser ausgetreten", schilderte Hartwig. Ernste Folgen hatte die Manipulation in diesem Fall (es handelte sich um einen Containerbrand) nicht.

Zuvor hatten sich zahlreiche der insgesamt 217 Mitglieder der Wehr im Gemeindehaus versammelt. Leiter Ronald Hillbrenner präsentierte den Jahresbericht 2015, der rund 200 Einsätzen der vier Löschzüge umfasste: 32 Brände, 129 Hilfeleistungseinsätze, 38 Fehlalarme. Nach einer Schweigeminute für die verstorbenen Ehrenmitglieder Wilhelm Heling und Heinrich Widmer ließ Bürgermeister Frank Steffes das vorige Jahr Revue passieren. Unter anderem griff Steffes die Brandstifterserie auf, bei der mehrere Autos vorsätzlich in Brand gesetzt worden waren, sowie die Evakuierung der Realschule zu Beginn des Jahres, nachdem ein Lehrer ein Behältnis mit Schwefelsäure hatte fallen lassen. Daneben gab es aber auch Erfreuliches: Das deutlich erweiterte Gerätehaus Witzhelden konnte in Betrieb genommen und drei neue Fahrzeuge im Wert von rund 858.000 Euro in Dienst gestellt werden, darunter zwei Tanklöschfahrzeuge und ein Gerätewagen.

Hillbrenner und Steffes gingen zudem auf das Nachwuchsproblem und die daraus resultierende dünne Personaldecke ein. 136 aktive Einsatzkräfte, darunter 13 weibliche, kann die Feuerwehr momentan aufbieten - gewünscht sind mindestens 180. "Wir müssen bereit sein, neue, zeitgemäße Wege, wie etwa Social Media, zu gehen, um Nachwuchs für die Feuerwehr zu begeistern", sagte Steffes. Seit 2011 ist die Zahl der aktiven Mitglieder von 154 auf 136 gesunken, was ein effektives Arbeiten der Feuerwehr erschwert.

Als Aufgabe für die Zukunft steht laut Hillbrenner zudem das Aufstellen eines Brandschutzbedarfsplans für die nächsten fünf Jahre an, wobei unter anderem sechs Fahrzeuge und die weit über 20 Jahre alte Drehleiter in dieser Zeit ausgetauscht werden müssten. Handlungsbedarf sieht er auch hinsichtlich des Ausrückens zu den Einsatzorten: Zu oft sei den Einsatzkräften im letzten Jahr durch zivile Fahrzeuge der Weg versperrt worden.

Noch bevor der Stadtbrandinspektor die Veranstaltung offiziell beenden konnte, schlugen einige Melder der Mitglieder Alarm, und einer der Löschzüge rückte aus - zum Containerbrand an der Moltkestraße, der eine unschöne Begleiterscheinung der Versammlung zutage fördern sollte.

Quelle: RP
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