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Leichlingen
Vereine wollen Zuschüsse für Sportanlagen

Leichlingen. Bisher wird die Sportpauschale nur in Maßnahmen an städtischen Anlagen gesteckt. Dies sei ungerecht, moniert der TC Blau-Weiss und fordert, einen Teil der Landes-Förderung an Vereine mit eigenen Sportanlagen weiterzureichen. Von Roman Zilles

"Ihr Tennis-Spieler, ihr habt's doch." Stefan Schmitz-Beuting kann nicht sagen, wie oft er diesen Satz schon gehört hat. "Aber so ist es nicht", bekräftigt der Vorsitzende des TC Blau-Weiss Leichlingen. Rund 300 Euro koste dort einen Erwachsenen die Mitgliedschaft pro Jahr. "Aber so viel benötigt man eben, wenn man auch eine vernünftige Jugendarbeit betreiben möchte. Und eben auch, wenn man seine Anlage instandhalten muss", sagt Schmitz-Beuting.

Rund 20.000 Euro investiert der Verein nach eigenen Angaben jährlich in Unterhalt und Pflege seiner Anlage. Zudem sei man im vorigen Jahr gezwungen gewesen, ein Darlehen von 40.000 Euro aufzunehmen für die Generalsanierung der Plätze. Angesichts dieser Kosten moniert der Club eine deutliche Ungleichbehandlung der Sportvereine in der Stadt: Da gibt es Clubs, die städtische Anlagen nutzen, und es gibt Clubs, die eigene Sportstätten betreiben. Während Letztere ihre Anlagen selbst in Schuss halten müssen, können Erstere damit rechnen, dass für ihre Plätze Mittel aus der Sportpauschale herangezogen werden. Von dieser Praxis "profitieren aber im Wesentlichen nur vier Vereine (von 28)", schreibt der TC Blau-Weiss in einem Bürgerantrag.

Die vom Land zur Verfügung gestellte Sportpauschale dient etwa Investitionen in die Infrastruktur von Sportanlagen wie Aus-, Um- und Neubauten, aber nicht der Deckung von Personalkosten. In der Vergangenheit wurde sie in Leichlingen in voller Höhe in Maßnahmen an städtischen Anlagen gesteckt. Zum Beispiel floss sie in den Kunstrasen in der Balker Aue und in Witzhelden und in Sanierungen von Schul-Turnhallen. Inzwischen wird sie fürs Mieten der Sporthalle an der Opladener Straße eingesetzt.

Nun möchte der TC diese Praxis geändert wissen. Ähnlich wie in Burscheid, Langenfeld und Hilden sollten 30 Prozent der Pauschale an die Vereine weitergereicht werden, die eigene Sportanlagen betreiben und mit der Förderung zweckentsprechende Aufgaben erledigen können. Angesichts von 76.530 Euro, die Leichlingen in diesem Jahr bekommt, wären dies knapp 23.000 Euro. Diesen Betrag könnte man Vereinen - etwa anteilig nach ihrer jeweiligen Größe - zur Verfügung stellen, führt Schmitz-Beuting aus.

Angesicht der Stellungnahme der Stadtverwaltung erscheint zumindest fraglich, ob der Bürgerantrag eine Mehrheit findet. Zwar erkenne die Verwaltung "die Ungleichbehandlung der Sportvereine im Hinblick auf den Einsatz der Sportpauschale". Aber mit Blick auf die Finanzlager-Situation der Stadt könne eine Weiterleitung der Gelder an die Clubs nicht befürwortet werden, "um den städtischen Haushalt nicht noch mehr mit der Finanzierungslücke im Bereich Sport zu belasten".

Trotzdem sei es richtig, den Antrag zu stellen, sagt Schmitz-Beuting: "Man soll nichts unversucht lassen." Zumal Vertreter anderer Vereine genauso über das Thema dächten. So unterstütze etwa der Reit- und Fahrverein ausdrücklich den Antrag des TC Blau-Weiss. Wie groß die Chancen sind, dass Ende November der Stadtrat zustimmt? "Das weiß ich nicht", sagt Schmitz-Beuting. "Aber ich bin optimistisch. Schließlich wissen die Politiker um die soziale Funktion der Vereine. Und einige von ihnen sind ja selbst in einem Sportverein."

Quelle: RP
 
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