| 00.00 Uhr

Leichlingen
Viele Freizeitvorschläge für die Flüchtlinge

Leichlingen: Viele Freizeitvorschläge für die Flüchtlinge
FOTO: Matzerath
Leichlingen. Um gute Freizeitgestaltung für Neuankömmlinge in der Stadt drehte sich ein Info-Abend mit großem Besucherzuspruch. Von Ina Bodenröder

Rund 100 Menschen haben sich am Montagabend beim Ökumenischen Arbeitskreises Migration im katholischen Gemeindezentrum St. Johannes Baptist informiert, wie sie zur sinnvollen Freizeitgestaltung der Flüchtlinge in Leichlingen beitragen können.

Heinrich Witprächtiger, Sprecher des Arbeitskreises, stellte dabei Ideen vor, wie sich die hier längerfristig untergebrachten Asylbewerber willkommen fühlen könnten. "Wir haben beispielsweise großen Bedarf an Ehrenamtlern, die die Menschen zu Ämtern oder bei der Wohnungssuche begleiten", berichtete er. Aber auch der Kontakt zu örtlichen Vereinen oder Nachhilfeunterricht für die Kinder sei wichtig. "Viele Flüchtlinge möchten an die Hand genommen und zu den Angeboten hingeführt werden", erzählte der Arbeitskreis-Vorsitzende von den Schwellen, die zu überwinden seien.

NRW: Kosten für Flüchtlinge: Die wichtigsten Antworten

Nach den Herbstferien sollen weitere Angebote starten: Für Montagnachmittag sucht der Arbeitskreis Freiwillige, die Leichlingen und Witzhelden zeigen. Mittwochvormittag wird zukünftig ein regelmäßiges Treffen für Migranten und Einheimische im Café des Spar- und Bauvereins auf der Brückenstraße stattfinden. Das gilt es zu organisieren und teilzuhaben. Auf den Obstmarkt und zum Witzheldener Erntedankfest möchte der Arbeitskreis die Asylbewerber begleiten, und für den 17. Oktober ist ein Migrantentag im Bürgerhaus in Vorbereitung. "Das soll ein richtiger Arbeitstag werden, bei dem es zum Beispiel einen Handarbeitskurs, einen Trommelworkshop oder künstlerisches Gestalten mit dem Leichlinger Künstler Berthold Welter geben kann", sagte Witprächtiger, der zugleich hoffte, dass daran viele Leichlinger teilnehmen. Auch die Zuhörer brachten am Montag Vorschläge ins Spiel, so unter anderem die Organisation von Fahrradtouren oder eines wöchentlichen Lauftreffs. Dass die Integration der Menschen nicht immer einfach sei, verdeutlichte Romana Arendes, Flüchtlingsbetreuerin der Stadt. Sie beteuerte vor allem, dass es kein Desinteresse sei, wenn die Verwaltung auf gut gemeinte Hilfsangebote nicht sofort reagieren könne: "Wir haben derzeit 285 Asylbewerber in Leichlingen, um die wir uns kümmern. Alle Ihre Angebote speichern wir und möchten gerne auf sie zurückkommen, wenn wir den wirklichen Bedarf der Menschen kennen."

Aber sie könne derzeit nicht alles sofort beantworten, und auch logistisch sei vieles gerade nicht zu schaffen. Zugleich erzählte sie von ihrem Eindruck, dass sich die Stimmung in der Bevölkerung nicht zum Guten verändere. "Behalten Sie Ihr positives Gefühl für die Neuankömmlinge, lernen Sie sie langsam kennen und gehen Sie behutsam vor", appellierte sie an die Bürger.

Willkommenskultur: Diese Menschen helfen Flüchtlingen FOTO: RP
Quelle: RP
Diskussion
Das Kommentarforum zu diesem Artikel ist geschlossen.