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Leichlingen
Villa Kronenberg: Druck auf Besitzer wächst

Leichlingen: Villa Kronenberg: Druck auf Besitzer wächst
Seit mehr als zehn Jahren steht die Villa Kronenberg am Bahnhof nunmehr leer - Ende vorerst nicht in Sicht. Jetzt will die Stadt den Druck erhöhen. FOTO: Ralph Matzerath
Leichlingen. Die Stadt will über die Untere Denkmalbehörde Einfluss nehmen, das Haus nicht weiter verkommen zu lassen. Von Peter Korn

Am Dienstag war noch einmal ein Auto auf dem Gelände der Villa Kronenberg zu sehen. Frank Schmitz, Geschäftsführer der benachbarten Firma Kronenberg Profil, hat das beobachtet und vermutet, der Besitzer habe wohl überprüft, ob es Sturmschäden gegeben habe.

Nicht wenige Leichlinger, die das denkmalgeschützte Gebäude kennen, unken bereits, es könne nicht mehr lange dauern, bis sich auch ohne Sturm Teile des immer maroder werdenden Gebäudes verabschieden.

Rund um das Gebäude, das einer Firma in Neukirchen Vluyn gehört, hatte es immer wieder Spekulationen gegeben. 2013 dann eine vermeintlich gute Nachricht: Der Besitzer kündigte an, er gehe davon aus, dass die ersten Mieter im Augustdesselben Jahres einziehen könnten. Das Dach sei gedämmt, die Innenwände komplett neu verputzt, Elektrik, Heizung und Sanitäranlagen müssten noch installiert werden.

"Es liegt mir am Herzen, die Arbeiten so schnell wie möglich zu beenden", sagte der Besitzer damals. Jetzt, zwei Jahre später, ist nichts mehr davon zu merken.

Nicht nur bei der Firma Kronenberg, wo Geschäftsführer Schmitz betont, man wolle die Villa lieber heute als morgen kaufen, könne aber keinen Kontakt zum Eigentümer herstellen, sieht man die Entwicklung mit großer Sorge. Auch Leichlingens Bürgermeister Frank Steffes befürchtet, dass der Stillstand an dem historischen Gebäude ein dauerhafter Zustand bleiben könnte. Doch das bedeutet weiter schleichenden Verfall der denkmalgeschützten Bausubstanz.

"Wir wollen daher versuchen, über die untere Denkmalbehörde Einfluss auf den Besitzer zu nehmen, dass er die Sanierungsarbeiten fortführt", kündigte Steffes gestern im Gespräch mit unserer Zeitung an. Darüber hinaus bleiben der Stadt allerdings kaum Möglichkeiten. Denn die Villa habe verkehrstechnisch durch ihre zurückgezogener Lage keinerlei Bedeutung. " Das heißt für uns: Wir können nicht damit argumentieren, dass wir im Rahmen unserer Verkehrssicherungspflicht verhindern müssen, dass Teile von dem Gebäude herabfallen", sagt Steffes.

Seit mehr als zehn Jahren steht die alte Fabrikantenvilla nun bereits leer. Lange Zeit passierte überhaupt nichts - viele fürchteten, dass das alte Gebäude abgerissen werde. Ein halbes Jahr lang war die Villa dann eingerüstet.

Das alte Gebäude am Bahnhof solle nach der Sanierung an Ärzte, Steuerberater und Notare vermietet werden, sagte der Besitzer 2013. Auch ein Ärztehaus sei denkbar. Er habe 400 000 Euro in die alte Fabrikantenvilla investiert. Es gebe bereits Interessenten. Von denen ist in Leichlingen jedoch bis heute noch nichts zu sehen.

Quelle: RP
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