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Leichlingen
Wagenknecht enttäuscht Leichlinger Linke

Leichlingen. Die Fraktionschefin der Linken im Bundestag sagte kurzfristig ihren Besuch ab. Grund: Unwetter. Von Ludmilla Hauser

Sie ist streitbar, sie ist nicht auf den Mund gefallen, und sie hat gestern in Leichlingen gefehlt: Sahra Wagenknecht, Fraktionschefin der Linken im Bundestag, hätte gegen 18.30 Uhr im Stadtpark ein halbes Stündchen bis Stündchen sprechen sollen. Als Auftakt zum Landtagswahlkampf der Linken im Rheinisch-Bergischen Kreis. Ein Zuschauerpavillon und ein Bühnenpavillon waren dort aufgebaut - beides gut gefüllt.

Rund 100 Interessierte hatte der Name Wagenknecht auf den Rasen im Leichlinger Zentrum gelockt. Auf der Bühne spielten drei Musiker, die die eigentlich angekündigte Band Emma's Dream ersetzten, Loungemusik. "Die Sängerin von Emmas Dream ist erkrankt, wir mussten zügig Ersatz suchen", kommentierte Klaus Reuschel-Schwitalla, Ratsherr der Linken im Leichlinger Stadtrat.

Dass die Enttäuschung ihm ins Gesicht geschrieben stand, hatte aber nichts mit der Band zu tun, sondern mit der kurzfristigen Absage von Sahra Wagenknecht. "Weil sie in Düsseldorf hätte wegen einer Unwetterwarnung nicht landen können, ist das Flugzeug in Berlin gar nicht erst gestartet", sagt Reuschel-Schwitalla.

Frank D. Albert von der Ohe, Vorsitzender der Linken im Rheinisch-Bergischer Kreis, formuliert die Absage auf der Bühne etwas feiner: "Wegen der Unwetterwarnungen für heute war das Sicherheitsrisiko wohl einfach zu hoch."

Wagenknecht überhaupt nach Leichlingen zu holen, sei schon " extravagant", berichtet Reuschel-Schwitalla. Der Zufall hatte geholfen: "Wir haben sie schon lange angefragt. Jetzt hätte sie einen Auftritt in Solingen gehabt. Den hatten die Solinger aber absagen müssen. Da haben wir zugegriffen." Gerne hätte er gehört, was die Fraktionschefin der Linken gerade zum Thema Brexit gesagt hätte, bedauert der Leichlinger Politiker. "Die Briten haben ihren Brexit, wir haben hier eine Art Lexit", versuchte Reuschel-Schwitalla, sich aufzuheitern.

Auf die Schnelle sagte Özlem Demirel, Landessprecherin der Linken in NRW, zu. "Die kommt von Düsseldorf mit dem Auto", setzte der Leichlinger hinzu.

Aufgeben wollen Reuschel-Schwitalla und Albert von der Ohe in der Sache noch nicht: "Wir werden nochmal versuchen, Sahra Wagenknecht nach Leichlingen zu holen", kündigten die Herren an. Ganz überzeugt, dass es klappt, klangen sie nicht.

Quelle: RP
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