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Leichlingen
Warmes Wetter drückt die Tannenbaumpreise

Leichlingen: Warmes Wetter drückt die Tannenbaumpreise
Bitte mal anfassen: Die Nordmanntanne (r.) von Theresia Halbe piekst garantiert nicht - die Blaufichte dagegen schon. FOTO: Uwe Miserius
Leichlingen. Nur noch 15 Euro pro laufendem Meter Tanne statt wie bisher 17 werden an vielen Verkaufsstellen verlangt. Von Peter Korn

Die Leichlinger Kaufpark-Filiale am Tag vor Heiligabend gegen 11 Uhr. Es ist 16 Grad warm - und eigentlich könnte Theresia Halbe auf ihrem eingezäunten Platz neben dem Eingang auch Holzkohlen-Grills oder Bierbänke fürs frühlingshafte Feiertags-Brutzeln im Freien verkaufen.

Sie versucht jedoch, Weihnachtsbäume an den Mann zu bringen, fast ausschließlich stattliche Nordmanntannen aus dem Sauerland, Und das ist in diesem Jahr irgendwie skurril: "Die Nachfrage nach den Tannen ist zwar nach wie vor da", berichtet die Verkäuferin - schließlich sei Weihnachten ohne Baum für die meisten ja auch nicht vorstellbar: "Aber es ist schon komisch, bei solchen Temperaturen an Weihnachten zu denken."

Beim Schmallenberger Gartenbau-Unternehmen Elmar Gödde, für das die aus der Karl-May-Festspielstadt Elspe stammende Verkäuferin arbeitet, wird in den Wochen vor dem Fest der Grundstock für den Jahreserfolg gelegt. In diesem Jahr müssen ein paar Bäume mehr verkauft werden, um den gleichen Gewinn zu machen, wie 2014.

Der Grund: Die Preise sind gefallen, wie Eis, das in der Sonne schmilzt. Nur noch 15 Euro pro laufendem Meter statt wie bisher 17 - das ist nicht nur die Entwicklung im Großhandel, das haben auch viele Verkäufer vor Ort umgesetzt.

Britta Vollberg gehört nicht dazu: Die Wermelskirchenerin hat auch in diesem Jahr wieder am Schmidthausen in Witzhelden ihre Bäume verkauft. "Wir haben die Preisanstiege in den vergangenen Jahren nicht mitgemacht, deshalb müssen wir jetzt auch nicht die Preise senken", berichtet sie. Von Weihnachtsstimmung ist allerdings auch bei Britta Vollberg nicht viel zu merken. Vielleicht stellt Sie sich ja heute noch ein,wenn wieder jene Kunden kommen, die auf den aller-allerletzten Drücker versuchen, die schönsten Bäume zu ergattern.

Der Leichlinger Kurt Weber, der in seiner Tannenschonung in Unterberg Bäume auf Wunsch frisch schlägt, wurde an Heiligabend schon einmal aus der Badewanne geholt, weil noch jemand einen Baum brauchte, obwohl schon längst geschlossen war.

Bei Britta Vollberg klingelte sogar einmal zu späterer Stunde ein junges Paar, das ein Kind erwartete: " Die Frau war hochschwanger", erinnert sie sich: "Das alles hatte etwas von Maria und Josef."

Quelle: RP
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