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Leichlingen
Was tun, wenn die Pumpe schwächelt

Leichlingen: Was tun, wenn die Pumpe schwächelt
Wolfgang Meyer-Berger, Sportwissenschaftler Martin Gatscher und stellv. Ärztlicher Direktor Dr. Tobias Gampert (v.l.) informierten in Roderbirken. FOTO: Thönes
Leichlingen. "Das schwache Herz" war am Samstag das Thema beim Infotag zur "Herzwoche"in der Klinik Roderbirken. Von Ina Bodenröder

Mit der bundesweiten Aufklärungskampagne "Das schwache Herz" macht die Deutsche Herzstiftung in diesem Jahr auf ein Thema aufmerksam, das in Deutschland rund zwei bis drei Millionen Menschen betrifft. Am Samstag haben sich zahlreiche Patienten, Angehörige und Interessierte in der Klinik Roderbirken über Diagnose und Therapiemöglichkeiten der Herzschwäche informiert.

"Die Zahl der Betroffenen stagniert auf hohem Niveau, aber es gibt mehr chronisch Kranke", sagte Dr. Tobias Gampert, stellvertretender ärztlicher Direktor in Roderbirken. Das habe auch mit der demografischen Entwicklung zu tun, vor allem ältere Menschen seien betroffen. Rund vier Prozent der Gesamtbevölkerung leide darunter, aber immerhin zehn bis 20 Prozent der Menschen zwischen 70 und 80 Jahren. Die Diagnostik hingegen werde immer besser, so dass man die Krankheit früher erkennen und behandeln könne.

Offenbar kommen allerdings viele Betroffene gar nicht auf die Idee, ihre Symptome mit einer Herzerkrankung in Verbindung zu bringen und sich entsprechend untersuchen zu lassen. "Es ist ein großes Problem, dass die Patienten die Herzschwäche und die damit verbundenen Beschwerden wie Leistungsabfall, Atemnot oder geschwollene Beine oft als altersbedingt resigniert hinnehmen und gar nicht darauf kommen, dass dagegen etwas getan werden kann", schreibt die Herzstiftung in einer Informationsschrift.

Das bestätigte am Samstag auch Dr. Wolfgang Mayer-Berger, ärztlicher Direktor der Klinik Roderbirken. "Wenn die Pumpfunktion des Herzmuskels zu gering ist, um die Organe ausreichend mit Blut zu versorgen, spricht man von Herzschwäche", gab er der Krankheit eine Definition. Dadurch bekämen die Menschen schlecht Luft, verspürten eine Brustenge, müssten nach Luft ringen. Außerdem litten sie unter Wassereinlagerungen, Atemnot, Müdigkeit, Appetitlosigkeit, müssten nachts öfter zur Toilette und könnten im schlimmsten Fall kaum flach liegen.

Werden die Symptome aber ernstgenommen, kann den Betroffenen geholfen werden: "Denn je früher eine Herzschwäche erkannt und die Ursachen konsequent behandelt werden, desto größer sind die Chancen, einen lebensbedrohlichen Verlauf der Krankheit zu verhindern und die Lebensqualität zu erhalten", schreibt die Herzstiftung.

Herzschwäche ist meist die Folge anderer Herzerkrankungen wie Herzinfarkt und Bluthochdrucks. Verursacht werden kann sie aber auch durch zu viel Alkohol, Drogenmissbrauch und die fehlerhafte Dosierung von Medikamenten. Weniger Alkohol, Drogen und Medikamente gehören zur Behandlung deshalb ebenso dazu wie die medizinische Behandlung und "der Verzicht auf Rauchen in jeder Form", betont Wolfgang Mayer-Berger.

Quelle: RP
 
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