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Leichlingen
Weitere Randale-Schäden an Feuerwehrautos entdeckt

Leichlingen: Weitere Randale-Schäden an Feuerwehrautos entdeckt
Diese Regler, über die die Wasser- beziehungsweise Schaumzufuhr der Schläuche reguliert wird, wurden aufgedreht. Dadurch könnten schlimmstenfalls schwere Verletzungen ausgelöst werden, sagt Andreas Hartwig. FOTO: Uwe Miserius
Leichlingen. Auch ein Kühlergrill an einem Feuerwehr-Fahrzeug wurde demoliert. Theoretisch stehen auf solche Taten bis zu fünf Jahre Gefängnis. Von Roman Zilles

Letztlich ging alles glimpflich aus. Aber selbstverständlich sei das nicht. "Wenn es richtig blöd läuft, kann dabei ein Wasserstrahl mit viel Druck austreten. Und wenn der jemanden im Auge trifft, können schwere Verletzungen auftreten", sagt Andreas Hartwig von der Freiwilligen Feuerwehr Leichlingen. Dort sind immer noch die Zerstörungen und Manipulationen Thema, die nach der Jahreshauptversammlung am Freitag an Einsatzfahrzeugen zutage getreten sind (unsere Redaktion berichtete).

Unter anderem - darauf beziehen sich Hartwigs Ausführungen - wurden an einem Wagen die Abgänge aufgedreht, über die die Wasser- beziehungsweise Schaumzufuhr der Schläuche reguliert wird. Dies hat im Rahmen eines Einsatzes an der Moltkestraße zu einem unerwarteten und unkontrollierten Austritt von Löschschaum geführt. Davon habe ein Wehrmann viel abbekommen, schildert Hartwig. "Der Schaum brennt ordentlich, wenn er in die Augen kommt. Aber in dem Fall ist nichts passiert", sagt der Gerätewart der Leichlinger Wehr.

Der Zeitverlust, der durch die Manipulation entstand, sei eher unproblematisch. Hartwig: "Der lag bei unter einer Minute, war also nicht allzu gravierend." Bei einem anderen Ernstfall hätte der Vorfall indes zu Einschränkungen führen können. "Wenn durch so etwas die Einsatzkleidung eines Kameraden nass geworden wäre, hätten wir diesen nicht mehr zur Brandbekämpfung in ein Gebäude schicken können. Denn in dem Fall würde er anfangen zu kochen", erläutert Hartwig.

Inzwischen wurde wegen der Vorfälle Strafanzeige gestellt, bestätigt Claudia Kammann, Sprecherin der Kreispolizei. Die Liste der festgestellten Schäden und Eingriffe habe sich seit Sonntag verlängert. Neben einem zerstörten Blaulicht findet sich darauf nun auch ein gerissener Kühlergrill aus Kunststoff, sagt Hartwig: "Wir vermuten, dass das passiert ist, als man versucht hat, den Mercedes-Stern abzureißen." Zudem sei ein Tankdeckel geöffnet worden, was erst nach einer Fahrt bemerkt wurde. Kraftstoff sei aber nicht ausgetreten, da dass Fahrzeug nicht vollgetankt war. Zudem wurden Gerätefächer durchwühlt. "Aber bislang sieht es immerhin so aus, dass nichts gestohlen wurde", sagt der Gerätewart.

Dennoch geht die Tat kaum als Kavaliersdelikt durch. Denn, so berichtet Kammann, bei solchen Taten greife nicht zwangsläufig der Paragraf, der "normale" Sachbeschädigungen regelt. Während der eine Höchststrafe von zwei Jahren vorsieht, sind laut Strafgesetzbuch für Beschädigungen an Polizei- oder Feuerwehrfahrzeugen bis zu fünf Jahre Haft möglich. Möglich macht dies der Paragraf 305a, Untertitel: "Zerstörung wichtiger Arbeitsmittel". Sperriger, aber für die Taten in Leichlingen auch geeignet, scheint zudem Paragraf 145, der sich "Missbrauch von Notrufen und Beeinträchtigung von Unfallverhütungs- und Nothilfemitteln" widmet.

Während die Polizei noch die Täter des aktuellen Vorfalls sucht, sind bei der Wehr schon Überlegungen im Gange, wie sich eine Wiederholung vermeiden lässt. "Wir werden das sicher bei der nächsten Zugführer-Versammlung ansprechen", sagt Hartwig. Im Gegensatz zu den Fahrerkabinen lassen sich die Gerätefächer nicht abschließen. Daher sei womöglich das Abstellen eines Kollegen, der während des Treffens im evangelischen Gemeindehaus auf die Wagen aufpasst, ein probates Mittel. Denn die Versammlung sei der einzige Anlass im Jahr, an dem die Fahrzeuge zeitweise unbewacht geblieben sind. "Von daher", resümiert Hartwig, "haben wir jetzt ein Jahr Zeit, eine Lösung zu finden."

Quelle: RP
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