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Leverkusen
Witzhelden: Ärger über Silvestermüll

Leverkusen: Witzhelden: Ärger über Silvestermüll
Aufräumen zu zweit: VVV-Vorstandsmitglied Doris Harings fand Unterstützung durch das Witzheldener Stadtratsmitglied Wolfgang Legrand (SPD) - sonst folgte aber niemand dem Aufruf, die unschönen Hinterlassenschaften des Silvesterfeuerwerks am Funkturm in Witzhelden zu beseitigen. FOTO: inbo
Leverkusen. Anwohner beklagen Knaller- und Raketenreste von den Feiern zum Jahreswechsel, die jetzt die Felder vermüllen. Von Ina Bodenröder

Es war zweifellos ein gut gemeinter Aufruf des örtlichen Verkehrs- und Verschönerungsvereins (VVV), die unschönen Hinterlassenschaften des Silvesterfeuerwerks am Funkturm in Witzhelden in einer Gemeinschaftsaktion zu beseitigen.

Allein, gefolgt ist ihm gestern Nachmittag niemand. Einen Tag zuvor erst hatte der VVV kurzfristig dazu aufgefordert, die Knaller- und Raketenreste von den Feiern zum Jahreswechsel, die mittlerweile mit ihrem aufgeweichten Papier und mit den Plastikresten die umliegenden Felder vermüllen würden, aufzusammeln.

"Hier sieht es einfach unmöglich aus", hatte VVV-Vorstandsmitglied Doris Harings am Sonntag bei einer Joggingrunde über den Hügel festgestellt. Unterstützung fand sie umgehend im Witzheldener Stadtratsmitglied Wolfgang Legrand (SPD), der von seinem Wohnhaus aus in der Silvesternacht genau beobachten konnte, wie viel und wie lange geballert wurde. "Das ist bestimmt eine halbe Stunde ununterbrochen so gegangen", berichtete Legrand gestern.

Was die Feierfreudigen im alten Jahr mit auf den Berg gebracht hatten, wollten sie im neuen allerdings ganz offenbar nicht wieder mit nach Hause nehmen. "Hier kommen viele aus Witzhelden, Leichlingen und Solingen her, um den tollen Blick nach Köln und Düsseldorf zu genießen", berichtete auch Doris Harings. Zurückgelassen haben sie leere Sektflaschen, die Holzstäbe der Feuerwerksraketen, abgebrannte Böller und jede Menge Plastiktüten, die die Umwelt augenfällig verschmutzen.

Gestern Mittag reagierte die Stadtverwaltung und stellte für die Sammelaktion des Verkehrs- und Verschönerungsvereins große Mülltonnen an der Zufahrt zum Funkturm auf. Die allerdings blieben am Montagnachmittag fast leer, denn außer Legrand und Harings fand sich kein Helfer zum Aufräumen ein.

"Wer sich aufgerufen fühlt, den eigenen Müll oder die Hinterlassenschaften der anderen im Interesse des Umweltschutzes aufzuräumen, hat dazu jedenfalls in den nächsten Tagen noch Gelegenheit", sagte Doris Harings, während sie schon die ersten Tüten in die Tonnen entsorgte.

"Wir hoffen durch die Aktion, dass wenigstens beim nächsten Silvesterabend weniger Müll auf der Strecke bleibt", sagte die Witzheldenerin. Angesichts der geringen Resonanz auf den Aufruf ist allerdings zu befürchten, dass auch in 361 Tagen der gute Ausblick vom Hügel am Witzheldener Funkturm für viele wieder mehr zählen wird als der Umweltschutz.

Quelle: RP
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