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Leverkusen
Wolfstall bereitet inoffiziellen Erntedankzug vor

Leverkusen. Die Vorbereitungen für das Erntedank- und Heimatfest in Witzhelden am kommenden Wochenende laufen auf Hochtouren - besonders in dem Ortsteil, der offiziell gar nicht mehr Teil des traditionellen Erntedankumzugs am 2. Oktober ist. Von Ina Bodenröder

Die Wolfstaller kochen, braten, brauen, was Töpfe und Pfannen hergeben, um ihren Besuchern einen großen Empfang zu bereiten, die Kinder schmücken den Ort mit bunten Kreppbändern und Blumen. Traditionell werden die Teilnehmer des Umzugs vor dem Haus von Günter und Susanne Bischoff in Wolfstall 10 von vielen begeisterten Menschen begrüßt. Für sie ist es bereits zur Tradition geworden, am ersten Oktoberwochenende aus Düsseldorf, Solingen und Ratingen anzureisen. In diesem Jahr werden zudem Besucher aus der Schweiz erwartet.

"Neben selbstaufgesetzter "Wolfstaller Beerenlese" werden wir antialkoholische Getränke wie Wasser und Limonade ausschenken", kündigen Günter und Susanne Bischoff an. Für das Unterhaltungsprogramm sorgt wie gehabt eine Nachwuchsband. In diesem Jahr werden das "The Burning Amplifiers" sein. Schräg gegenüber, in Wolfstall 15, lockt Elke Gallein-Hoppe die Zugteilnehmer mit traditioneller bergischer Kost: Bei ihr soll es auch diesmal Reisbrei und Kottenbutter geben, so dass die Fußgänger den Weg ohne Hunger zurück ins Höhendorf schaffen. Wenige Schritte weiter wird Familie Horeis in Wolfstall 14 den Erntedankumzug zelebrieren. Bei Gulaschsuppe, Gerstensaft aus der Region, Kaffee, Kakao und selbst gebackenem Kuchen feiert sie mit Nachbarn und Zugteilnehmern. "Wir hoffen, alle in Wolfstall begrüßen zu können, die uns im Vorfeld ihr Kommen für dieses Jahr zugesagt haben", sagt Bischoff.

Ihrerseits werden die Wolfstaller an beiden Tagen am Programm auf dem Witzheldener Dorfplatz teilnehmen und damit das Fest unterstützen. "Es ist schon eine alte Tradition, dass Ilse Smits die Besucher des Wolfstalls als Shuttle-Transport nach dem Umzug ins Dorf bringt", erzählt Bischoff. Samstagabend werden sie mit ihren T-Shirts "100% Wolfstall" ins Dorf gehen. Damit bringen sie auch noch einmal ihren Protest zum Ausdruck, dass nach Jahrzehnten der Umzug seit 2015 aufgrund behördlicher Sicherheitsbedenken nicht mehr offiziell durch Wolfstall ziehen darf.

Zugute kommt ihnen diesmal möglicherweise, dass die Sicherheit der Umzugswagen in diesem Jahr verschärft kontrolliert wird. "Aufgrund der großen behördlichen Auflagen werden viele Zugteilnehmer als Fußgruppe kommen. So kann man aus der Not eine Tugend machen: Hier gibt es gar keine rechtlichen oder versicherungstechnischen Schwierigkeiten, wenn diese Gruppen weiter durch Wolfstall gehen", sagen die Wolfstaller. Im vergangenen Jahr hatten 80 Prozent der Zugteilnehmer sich solidarisch gezeigt und waren durch den Ort gezogen. Die Dorfgemeinschaft wird die Straßen wieder selbst freihalten und hofft auf eine erneute "Abstimmung mit den Füßen".

Quelle: RP
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