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Leichlingen
Wupperhof - vom Gast zum Betreiber

Leichlingen: Wupperhof - vom Gast zum Betreiber
"Eigentlich wollten wir im Erdgeschoss Büroflächen einrichten. Aber dann wurde uns gesagt, dass Restaurant und Biergarten hier von hohem öffentlichen Interesse sind" - daher betreibt Olaf Kuepper den Wupperhof nun selbst. FOTO: Ralph Matzerath
Leichlingen. Im vorigen Jahr wechselte das Anwesen samt Restaurant und Biergarten den Besitzer. Eigentlich wollten Olaf Kuepper und seine Frau dort lediglich wohnen, entschieden sich aber dazu, den Gastronomie-Betrieb in Eigenregie zu betreiben. Von Roman Zilles

Eigentlich besuchten Olaf Kuepper und seine Frau ganz ohne Hintergedanken den Wupperhof. "Wir waren als ganz normale Gäste im vorigen Jahr im April hier." Und als Gäste genossen sie das Flair und die Atmosphäre des Landhauses samt Biergarten unmittelbar am Wupperufer auf der Stadtgrenze zwischen Leichlingen und Solingen. Zwar war das Paar seinerzeit auf der Wohnungssuche. "Aber was uns vorschwebte, war ein Kotten. Etwas deutlich kleineres als das hier", sagt Kuepper und breitet die Arme aus, als ob er das Anwesen umarmen möchte, dessen Eigentümer er und seine Frau seit dem vorigen Jahr sind.

Denn als sie nur wenige Wochen nach ihrem Besuch vom laufenden Zwangsversteigerungsverfahren erfuhren, fassten sie den Entschluss, mitzubieten. Zu dem Zeitpunkt war bereits ein erster Termin am Amtsgericht verstrichen, ohne dass jemand nur annähernd den von Gutachtern auf 340.000 Euro taxierten Verkehrswert geboten hatte. Mitte des Jahres wechselte das Anwesen, dessen Besitzer nach einem Brand im November 2009 und der kostspieligen Renovierung des denkmalgeschützten Wupperhofs in wirtschaftliche Schieflage geraten waren, dann aber doch noch den Besitzer.

Zunächst wollten Olaf Kuepper und seine Frau lediglich dort wohnen. "Dafür haben wir das Obergeschoss ausgebaut", sagt Kuepper. Den Vor-Eigentümern habe man das Angebot gemacht, den Gastronomie-Betrieb weiterhin zu betreiben. Aber diese hätten sich dagegen entschieden. Ebenso verlief die anschließende Suche nach einem neuen Pächter ohne Erfolg. "Aber wir hätten das gesamte Konzept aus der Hand geben müssen, ohne Einfluss darauf zu nehmen. Das hätte schwierig werden können, zumal wir ja gleich hier wohnen", erläutert Kuepper. Schließlich entschlossen er und seine Frau sich Ende vorigen Jahres, Restaurant und Biergarten in Eigenregie zu betreiben.

Vorigen Monat wurde geöffnet. Ohne viel Tamtam und Werbung. "Wir wollten, dass es sich erst einmal ganz in Ruhe und harmonisch einspielt", sagt Kuepper. Zum Personal, das sich einspielt, gehört neben vier Aushilfen Nino Martino. Er ist Kueppers rechte Hand bei der Leitung des Landhauses und hält dem Landschaftsarchitekten (mit Schwerpunkt Denkmalschutz) den Rücken frei, wenn der oben im Büro seinem anderen beruflichen Standbein nachgeht.

Veränderungen hat es schon gegeben. Man habe einen "guten Hauswein" eingeführt und die Speisekarte etwas verändert. "Wir möchten ein breiteres Publikum ansprechen und haben die Karte dementsprechend angepasst." Noch gebe es lediglich eine Biergarten-Speisekarte. "Wir planen aber, Anfang Juni eine Restaurant-Karte einzuführen, die dann durchaus auch höheren Ansprüchen genügt", sagt Kuepper, der sich von sämtlichen Betrieben, von denen er Produkte - von Eier über Kartoffeln bis Fleisch - beziehe, selbst vor Ort ein Bild gemacht habe. "Unser Küchen-Chef hat zudem acht Jahre Erfahrung in der Sterne-Gastronomie", wirbt Kuepper, der diesem gerne noch einen weiteren "jungen Bei-Koch" zur Seite stellen möchte. www.landhauswupperhof.de

Quelle: RP
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