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Leverkusen
11. Leverkusener Chornacht: Das Publikum ließ sich mitreißen

Leverkusen. Von vorne, rechts und links, von oben und unten wurden die Besucher der Wiesdorfer Christuskirche mit Gesang umfangen. Ein schöner Beginn eines Konzertes, bei dem sich Chöre auf dem Podium abwechseln und sich gegenseitig zuhören. Von Monika Klein

Der Ruf "Here I am Lord" vermittelte zum Auftakt das Verbindende zwischen den Ensembles, das neben der Freude am Gesang die Vermittlung der frohen Botschaft in musikalischer Form ist. Auch wenn sie sich in unterschiedlichen Genres tummeln.

In der Chornacht dominierten zumeist Gospels (und Pop beziehungsweise Jazz), das war auch dieses Mal der Fall. Eine weitere Nuance brachte die Stadtkantorei Leverkusen mit Sängerinnen des Langenfelder Frauenchores Contakt: zeitgenössische Chormusik, made in England und Leverkusen. Hans-André Stamm, der den Gemeindechor seit Jahren leitet, ist als fleißiger Komponist ein Freund von spätromantischer Klanglichkeit und wechselnder, synkopischer Rhythmik. Die belebte sowohl sein "Halleluja", das sich die Stimmen gegenseitig zurufen, als auch den begeisternden Aufruf "Kommt, macht euch auf" mit Querflöte (Andrea Will) und Percussion (Kirsten Prößdorf). Weil der Komponist selbst am Klavier begleitete, überließ er das Dirigat seinem Kollegen Matthias Krella. Melodisch und stiller dagegen die zwei zarten, meditativ angelegten Songs des englischen Komponisten John Rutter, den einige Sänger im September beim Singing Day im Forum live erlebt hatten.

Die singenden Gäste aus Solingen "Get Together" unter der Leitung von Stephanie Schlüter wie die "Coloured Voices" aus Düsseldorf mit ihrer Leiterin Felicia Friedrich fühlen sich dagegen, genauso wie der zweite Gastgeber-Chor (die Gospelwerkstatt Leverkusen) im Gospel- und Pop-Bereich zu Hause. Das Publikum in der vollbesetzten Kirche ging da ebenso mit, ließ sich von der ansteckenden Stimmung der Gospels mitreißen, wie die - in großer Überzahl weiblichen - Kollegen der jeweils zuhörenden Chöre. Bewegung oder rhythmisches Mitklatschen steckte an.

Im Zentrum des Programms präsentierte sich die "Gospelwerkstatt Leverkusen", die Kirchenmusiker Michael Kristahn in der Gemeinde gegründet hat und die längst über einen normalen Gospelchor hinausgewachsen ist. Elena Schlotthauer und Volker Kammerer sind als Gesangssolisten dabei, außerdem sorgt zur Klavierbegleitung von Rainer Schrapers der Schlagzeuger Fabian Gsell für den Beat. Mit der elften Leverkusener Chornacht feierte man ein typisch rheinisches Jubiläum, das zugleich Abschiedsveranstaltung für deren "Erfinder" war. Ende Februar wechselt Organist Michael Kristahn in den Ruhestand, sein Nachfolger ist bereits gefunden und gewählt, kann aber wegen Kündigungsfrist erst zum 1. Mai seinen Dienst in der evangelischen Stadtkirche aufnehmen. Ob er die Chornacht weiterführt, die sein Vorgänger vor elf Jahren ins Leben gerufen und seitdem jedes Jahr Ende Januar mit wechselnden Gastchören aus der Region zwischen Köln, Düsseldorf und dem Bergischen Land organisiert? Angesichts der großen Resonanz wird er das wohl tun, vielleicht sogar mit neuen Impulsen. Auf ein emsiges Team kann er jedenfalls bauen. Denn die Mitglieder der beiden Gemeindechöre singen nicht nur, sondern sorgen auch für eine große Auswahl an Fingerfood und Getränken, die sie in der überlangen Pause herumreichen.

Quelle: RP
 
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