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Leverkusen
20 Jahre "Schicksalsspiel"

Leverkusen. Beim "Schwadbud-Talk" an der BayArena schwelgten ehemalige Fußballprofis und Gäste in Erinnerungen an den 18. Mai 1996. Von Severin Trompetter

Mehr als 150 Gäste versammeln sich gut gelaunt zum "Schwadbud-Talk" an der BayArena. Fast wie vor 20 Jahren, als Bayer 04 Leverkusen am 18. Mai 1996 beinahe in die Zweitklassigkeit abgerutscht wäre und sich am letzten Spieltag der Saison 1995/96 retten konnte. Über die riesige Leinwand in der Fankneipe flackern jetzt die entscheidenden und emotionalen Szenen des "Schicksalsspiel" gegen den 1. FC Kaiserslautern.

Pavel Kuka erzielte damals in der 58. Minute das 1:0 aus Sicht der Gäste. Beim Anblick des Jubels sagt einer der Besucher an der Theke zu einer älteren Dame: "Das habe ich damals bei ,Premiere' gesehen. An den Jubel erinnere ich mich noch genau." Er schaut fasziniert zu. "Jetzt gleich kommt der Ausgleich. Das muss ich aufnehmen, das ist so geil!" Und dann läuft die 82. Minute. Den Schuss von Mike Rietpietsch kann Lauterns Keeper Andreas Reinke noch parieren. Doch Bayers Außenverteidiger Markus Münch kann abstauben - großer Jubel in der "Schwadbud". Dieses Tor bedeutete den Klassenerhalt für die heutige "Werkself".

Dann ergreift Moderator Frank Linden das Wort: "Wir wollten euch ein bisschen einstimmen." Die Stimmung ist ausgelassen. Dirk Heinen, damals Torwart, und Torschütze Markus Münch (stand im Stau und kam eine halbe Stunde später) wurden bereits vorher angekündigt. Zudem waren der damalige Ersatz-Keeper Rüdiger Vollborn und Innenverteidiger Markus Happe zu Gast. Außerdem kamen noch zwei Überraschungsgäste: der damalige Trainer Peter Hermann und der heutige Sportdirektor Rudi Völler, der damals seine letzte Saison spielte. Die ehemaligen Fußballprofis schwelgen in Erinnerungen. Vollborn: "Wir hatten damals am Anfang der Saison ein Spitzenspiel gegen die Bayern." Völler pflichtet ihm bei: "Die damalige Saison kann man gut mit der diesjährigen vom VfB Stuttgart vergleichen." Doch Bayer konnte sich, anders als die Schwaben, noch retten.

Auf den Torschützen Markus Münch angesprochen, sagt Ex-Trainer Peter Hermann: "Dafür hat er bei mir ein Leben lang einen Stein im Brett." Münch, der damals vor einem Wechsel zu Bayern München stand, zeigt sich gerührt über die Worte. Damals spielte er halb verletzt, was ihm Völler bis heute hoch anrechnet. "Der konnte kaum trainieren und hat sich trotzdem aufstellen lassen." Daran könne man erkennen, dass Training völlig überbewertet sei, scherzt Münch. Die "Schwadbud" tobt. Auch als Völler unter großem Gelächter über das dreitägige Trainingslager in Much erzählt. "Das waren die schlimmsten drei Tage meines Lebens." Geschadet hat es aber nicht, da ist sich Rudi Völler sicher: "Wären wir damals abgestiegen, wäre Bayer 04 nicht da, wo der Verein heute ist."

Quelle: RP
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