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Leverkusen
23 Prozent mehr Verletzte durch Raser

Leverkusen: 23 Prozent mehr Verletzte durch Raser
Unaufmerksame Autofahrer, ein zu geringer Abstand zum Vordermann oder zu hohes Tempo sind einige der Hauptursachen für Verkehrsunfälle in Leverkusen. FOTO: Uwe Miserius
Köln/Leverkusen. Die Polizei verzeichnete im vergangenen Jahr insgesamt aber weniger Verletzte im Straßenverkehr als im Jahr davor. Die Zahl der verletzten Kinder ist gestiegen. Von Susanne Genath

Raserei und Handynutzung am Steuer gehören mittlerweile zu den Hauptursachen für Verkehrsunfälle, berichtete Polizeichef Jürgen Mathies gestern bei der Vorlage der Unfallstatistik für das vergangene Jahr. Die Aufklärung und Vorbeugung von sexuellen Belästigungen von Frauen sei zwar im Moment das bestimmende Thema. "Das bedeutet aber nicht, dass wir deswegen die Verkehrsunfallentwicklung beiseite schieben", erklärte Mathies. Im gesamten Polizeibezirk Köln/Leverkusen ereigneten sich im vergangenen Jahr 44.668 Verkehrsunfälle (2014: 45.400). 4722 mal kamen Menschen zu Schaden (Vorjahr: 4865). Gut ein Zehntel dieser Unfälle mit Verletzten oder Toten (498) passierte in Leverkusen - zehn weniger als 2014.

Tödliche Unfälle Im vergangenen Jahr sind in Leverkusen zwei Erwachsene bei Unfällen gestorben. 2014 waren es drei Personen. In Köln wurden 19 Menschen im Straßenverkehr getötet.

Verletzte 57 Menschen wurden 2015 in Leverkusen bei Unfällen schwer verletzt. Das sind 26 weniger als im Jahr davor. 13 Verletzte waren Kinder und Jugendliche, zwölf waren Senioren. 617 weitere Menschen kamen in der Chemiestadt im Straßenverkehr zu Schaden. Die meisten verunglückten in Wiesdorf (109) und Opladen (102). In Schlebusch verzeichnete die Polizei 74 Verletzte, in Küppersteg 51, in Quettingen 50.

Kinder und Senioren Die Zahl der verletzten Kinder ist von 54 auf 60 gestiegen. "Auffallend ist, dass Kinder vermehrt als Fahrzeuginsassen verletzt werden", berichtet Martin Lotz, Leiter der Direktion Verkehr. "Ein Teil der Kinder ist aber auch auf dem Schulweg verunglückt." Bei den Senioren sei die Zahl der Verletzten dagegen gesunken.

Ursachen Die meisten Unfälle passierten, weil Verkehrsteilnehmer zu wenig Abstand hielten, die Vorfahrt missachteten, zu schnell fuhren sowie beim Abbiegen oder Einfahren in den fließenden Verkehr.

Raser Die Polizei hat insbesondere Auto- und Motorradfahrer im Auge, die sich nicht an die Geschwindigkeitsbegrenzungen halten. In Leverkusen wurden 2015 dadurch 75 Menschen verletzt, 14 Personen (23 Prozent) mehr als im Jahr 2014. In Köln dagegen ging die Zahl um 36 zurück. "In Leverkusen gibt es mehr ländlichen Raum", sagt Lotz. "In Köln kann man nicht so rasen." Apropos Raser: Während die Polizei in der Domstadt mit illegalen Autorennen insbesondere auf den Ringen zu kämpfen hat - bei denen auch schon Menschen starben -, gibt es in Leverkusen solche Probleme so gut wie nicht, berichtet Lotz.

Handynutzung Im Mai startet die Polizei eine Kampagne, damit sich Verkehrsteilnehmer nicht vom Handy ablenken lassen. Die Beamten gehen davon aus, dass ein Großteil der Unfälle, bei denen keine eindeutige Ursache festgesellt wurde, auf Handynutzung am Steuer zurückzuführen ist.

Quelle: RP
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