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Drogenverdacht in Leverkusen
384 Kilo abgepacktes Pulver in Bananenreiferei gefunden

Drogenverdacht in Leverkusen: 384 Kilo abgepacktes Pulver in Bananenreiferei gefunden
In diesem Bananengroßhandel sollen die Päckchen gefunden worden sein. FOTO: Uwe Miserius
Noch ist es ein Verdacht, doch sollte er sich bewahrheiten, ist der Kölner Polizei bei einem Bananengroßhändler in Opladen einer der größten Drogenfunde der vergangenen Jahre gelungen. Nach Informationen unserer Redaktion soll es sich bei dem Fund um 384 Kilogramm einer verdächtigen Substanz in Pulverform handeln.  Von Bernd Bussang, Leverkusen

Ob es sich bei den "verdächtigen Substanzen" tatsächlich um Drogen handelt, müssen nun chemische Untersuchungen ergeben. "Die vorläufige Analyse deutet auf einen beträchtlichen Drogenfund hin", heißt es in einer Pressemitteilung der Polizei Köln. Ansonsten halten sich die Ermittler derzeit noch sehr bedeckt. Zu Beschaffenheit und Menge der sichergestellten Substanzen wollten sie am Sonntag noch keine genaueren Angaben machen. Erst am Montag will die Polizei weitere Informationen zu dem Fall bekannt geben.

Mitarbeiter der Bananenreiferei waren offenbar sehr überrascht, als sie am Samstagnachmittag gegen 15.30 Uhr bei der Wareneingangskontrolle das verdächtige weiße Pulver abgepackt in den Bananenkisten fanden. Es war offenbar professionell versteckt und mit einem GPS-Sender versehen. Die Mitarbeiter riefen die Polizei, die die Substanz sicherstellte. "Wir haben den Fund sofort gemeldet und werden weiterhin aktiv an der Aufklärung mitarbeiten", sagt Georg Vormbaum, Justiziar des Unternehmens.

"Hier war die Hölle los"

Dass es sich bei dem Zufalls-Fund um eine große Sache handelt, zeigt auch der Aufwand des Einsatzes am Samstagnachmittag. "Ich war gerade beim Kreuzworträtsel, da rückte die Polizei an", berichtet ein Anwohner. "Plötzlich war alles voller Streifenwagen." – "Hier war die Hölle los", berichtet ein anderer Nachbar der Bananenreiferei. Streifen- und Zivilwagen der Polizei seien vorgefahren, hätten offenbar die Räume durchsucht und massenweise Kisten heraustransportiert.

Doch wie kam die vermutliche Drogenlieferung in die Opladener Firmenhalle? Bei ihren Ermittlungen muss die Kripo nun mühevoll den Weg der Frachtkisten zurückverfolgen, denn klar dürfte sein: Die Opladener Firma ist offenbar selbst Opfer einer "Falschlieferung" geworden. Bereits vor einigen Jahren hatte sich ähnliches ereignet. Damals hatte ein Mitarbeiter in einer Kiste aus Kolumbien einige Päckchen mit Kokain gefunden, es waren ein mehrere Kilogramm. Die Polizei gab damals den Verkaufswert gegenüber der Firmenleitung mit 1,5 Millionen Euro an. Diesmal könnte der Straßenverkaufswert sogar bei bei zu 40 Millionen Euro liegen.

Die Bananen haben ein lange Reise hinter sich

Die Opladener Firma hat 43 temperierte Reifekammern, die aussehen wie Garagen. Bis zu 30.000 Kartons mit Bananen werden hier pro Woche gereift. In ihren Ursprungsländern Ecuador, Kolumbien oder Costa Rica werden die Früchte bereits von der Staude geschnitten und verkaufsfertig geschnitten. Bevor sie in Kisten verpackt und auf das Schiff geladen werden, waschen Mitarbeiter die Früchte. Dann werden sie in große Frachtschiffe gepackt und nach Europa verschifft. Die Frachter haben eine Kapazität von rund 400.000 Kartons. In europäischen Großhäfen werden sie auf Lastwagen umgeladen und nach Opladen gebracht.

Sobald die Bananen die dortigen Reifekammern verlassen, werden sie für den Einzelhandel vorbereitet: Mitarbeiter wiegen die Früchte verpacken  und etikettieren sie. Im Anschluss werden sie – meist über Nacht – an die Zentrallager der Einzelhandelsketten im Umkreis von knapp 180 Kilometern ausgeliefert.

Auf diesem sehr langen Weg kann offenbar manches durcheinander geraten. Die Ermittler haben also eine Menge zu tun, um den mutmaßlichen Drogenhändlern auf die Spur zu kommen.

 
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