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Leverkusen
60 Jahre Klinikum im Schnelldurchlauf

Leverkusen: 60 Jahre Klinikum im Schnelldurchlauf
Fast ein Stadtquartier für sich - das Klinikum im Gesundheitspark: vorne das Verwaltungs-Hochhaus, dahinter die Gebäude mit den Kliniken und Stationen, der Funktionstrakt mit OP-Sälen und Ambulanz bis zum MediLev (U-Bau hinten). FOTO: UM
Leverkusen. Dass das einstige Städtische Krankenhaus in 60 Jahren eine enorme Entwicklung nimmt, konnte 1956 vermutlich noch niemand ahnen. Im kommenden Monat lädt Geschäftsführer Hans-Peter-Zimmermann zum Klinikum-Geburtstag. Von Ludmilla Hauser

Als das Klinikum ein halbes Jahrhundert alt wurde, das war exakt vor zehn Jahren, gab's schlechte Nachrichten: Es drohte der Ausbaustopp. "Das Land wird in diesem Jahr wohl kein Geld für den Neubau der Kinderklinik und das Sanieren von Stationen geben", meldete die Rheinische Post im Jahr 2006. Die Landesregierung trat damals auf die Bremse: "In diesem Jahr will die Düsseldorfer Mannschaft um Ministerpräsident Jürgen Rüttgers keine neuen Projekte mehr genehmigen. Damit liegt vor allem das seit langem geplante Projekt Neubau der Kinderklinik auf Eis", berichtete unsere Zeitung weiter. Damals wohl ein Schock für Klinikum-Geschäftsführer Hans-Peter Zimmermann.

Aber einer, über den er zehn Jahre später längst hinweg ist. Die neue Kinderklinik ist fertig, und das Klinikum steckt - wie vor zehn Jahren - wieder im Ausbau seines Angebotes. Es geht nach oben: Unter einem Dach vereint ist demnächst das, was laut Zimmermann einfach zusammengehört: Zentralambulanz (Erdgeschoss), OP-Säle (1. Etage) und Erwachsenen-Intensivmedizin (2. Etage) werden um die Neurologie samt Schlaganfallstation (Stroke-Unit) auf Etage drei, Allgemeine Innere Medizin mit Isolierstation (4. Etage) und ein Zentrum für Ambulantes Operieren (5. Etage) ergänzt. Im Keller, bisher ein Leerraum, sollen die beiden Physiotherapie-Angebote zentralisiert werden. "In dem Ausbau steckt die Zukunftssicherung mit drin", betonte Zimmerman bei der Vorstellung des Projekts im Funktionstrakt, der um eben jene drei Etagen wächst.

Wachstum ist ein Thema, das die Geschichte des Klinikums in den vergangenen 60 Jahren stetig begleitet hat. Als das Städtische Krankenhaus Leverkusen im Oktober 1956 eröffnete, wartete das Haus mit 429 Betten und fünf medizinischen Abteilungen (Chirurgie, Gynäkologie und Geburtshilfe, Innere Medizin, Kinder- und Jugendheilkunde und Radiologie) auf und bot verschiedene Belegbetten (Augenheilkunde, HNO-Heilkunde, Kiefer- und Zahnheilkunde, Neurologie, Orthopädie und Urologie). "Der Beschluss, ein kommunales und fortschrittliches Krankenhaus zu bauen, sorgte bundesweit für Aufsehen und lockte nach Fertigstellung viele Fachbesucher aus aller Welt auf das Gelände des heutigen Gesundheitsparks", notiert Zimmermann in der Einladung zur 60-Jahr-Feier, die im September ansteht.

Bis heute ist das Angebot - grob gerechnet - um das Doppelte gewachsen: zwölf Fachabteilungen gibt es, dazu 747 Betten. Bis hierher durchlief das Klinikum verschiedene Stationen: In den 70er Jahren beispielsweise wird aus dem Städtischen Krankenhaus ein Eigenbetrieb, "allerdings ohne eigene Rechtspersönlichkeit", wie es in der Geschichte des Krankenhauses heißt. 1993 wird das Klinikum aus der städtischen Verwaltungshierarchie als "Klinikum Leverkusen gGmbH" mit eigener Rechtspersönlichkeit (Gesellschafter zu 100 Prozent: Stadt Leverkusen) ausgekoppelt. Sechs Jahre später wird die neue Zentralambulanz mit Liegendanfahrt, Behandlungs- und Schockräumen in Betrieb genommen, im April 2005 der Zentral-OP mit acht modernen Operationssälen. 2011 wird das fertig, was Zimmermann 2006 anstoßen wollte: die neue Kinderklinik, kurz drauf dann die Palliativstation zur Versorgung schwerstkranker Menschen.

Kooperationen, Zertifizierungen für besondere medizinische Angebote und Erweiterungen reihen sich in den 60 Jahren Klinikum aneinander wie Perlen an einer Schnur. Wenn Hans-Peter Zimmermann im September zur Geburtstagsfeier seines Klinikums einlädt, verbindet er das gleich mit einem weiteren Perlchen: der Eröffnung des Kräutergartens. Vorher, nämlich morgen, gibt er die Erweiterung der Kooperation mit Med-360°-Gruppe (Radiologie Leßmann) bekannt.

Ein Ende der Perlenschnur ist noch nicht in Sicht, denn kaum ist der Funktionstrakt erweitert, wird die LVR-Klinik Langenfeld das derzeitige Gebäude 2 (Drehort für die ZDF-Vorabendserie Bettys Diagnose) für 6,8 Mio Euro sanieren. Dort geht in Erfüllung, worüber Zimmermann und LVR-Klinik grob seit dem 50. Geburtstag des Krankenhauses sprechen: 30 psychiatrische Tagesplätze und eine vollstationäre Behandlungseinheit mit 30 Betten.

Quelle: RP
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