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Leverkusen
70 Gegner protestieren gegen die Bayer-Monsanto-Fusion

Leverkusen: 70 Gegner protestieren gegen die Bayer-Monsanto-Fusion
Mit einer pflanzenfressenden Pac-Man-Figur warnen die Demonstranten vor einer zu großen Marktmacht der Konzerne. FOTO: Uwe Miserius
Leverkusen. "Bleibt uns vom Acker" und "Stoppt Megakonzerne - rettet die bäuerliche Landwirtschaft" war auf Plakaten zu lesen, mit denen sich rund 70 Demonstranten gestern vor der Konzernzentrale von Bayer versammelt hatten. Mit Traktoren und einer überdimensionalen pflanzenfressenden Pac-Man-Figur verdeutlichten sie ihre Ablehnung der geplanten Fusion von Bayer und Monsanto. Die Demonstranten werfen den Konzernen vor, mit Patenten auf Saatgut die Ernährungskette kontrollieren zu wollen. Bayer konterte mit eigenen Plakaten mit der Aufschrift: "Liebe Demonstranten, nutzt doch mal Fakten-statt-Vorurteile.de". Das beflügelte die Fusionsgegner.

"Schon jetzt gibt es in den USA kaum noch gentechnikfreies Saatgut", berichtete Georg Janßen, Bundesgeschäftsführer der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft. Dafür müssten die Bauern jedoch Lizenzen bezahlen - und gleichzeitig Pestizide kaufen, um das Saatgut zu schützen. "Bayer-Chef Baumann behauptet, mit Gentechnik den Hunger in der Welt besiegen zu wollen", sagte Janßen. Dies versuchten Unternehmen aber seit den 1990er Jahren erfolglos. "Den Hunger besiegt man durch freien Zugang zu Saatgut, Bildung, Wasser, Boden und Kleinkredite." Die deutschen Bauern seien dabei, gentechnikfreies Saatgut aus alten Sorten zu entwickeln, das auch nasse oder trockene Perioden überstehe. "Genetische Vielfalt sichert das Überleben", sagte auch Dr. Petra Hemptenmacher. Die Chemikerin und Umweltschützerin war mit Mann Jörg aus Troisdorf angereist.

Die Aktionstour "Wir haben es satt" geht morgen und übermorgen an anderen Orten weiter.

(sug)
 
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