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Leverkusen
70 Jahre her - aber nicht vergessen

Leverkusen. Anlässlich der zentralen Gedenkstunde zum Volkstrauertag wurde am Sonntag auf dem Manforter Friedhof den Opfern der Weltkriege und von Gewalttaten gedacht. "Jedes Mal kostet es Anstrengung, sich die schiere Zahl der Kriegstoten bewusst zu machen", sagte Bürgermeisterin Eva Lux (MdL) in ihrer Rede.

Allein in den zwei Weltkriegen starben über 60 Millionen Menschen. Viele sind auf Soldaten-Friedhöfen begraben. Auch auf dem Manforter Friedhof gibt es 580 Kriegsgräber. Auf in die Erde eingelassenen Steinen stehen die Namen und das Alter der Verstorbenen.

Seit 70 Jahren ist der Zweite Weltkrieg beendet. Die Bürgermeisterin machte darauf aufmerksam, dass die Folgen immer noch zu spüren sind. "Allein schon, wenn Opladen stillsteht, weil ein Blindgänger entschärft werden muss", erinnerte Lux an den Bombenfund vor drei Wochen. Aber auch die aktuellen Ereignisse in Paris nahm sie zum Anlass, die Bedeutung des Volkstrauertages hervorzuheben. "Der nationale Gedenktag mahnt zum Frieden und zur Verständigung", betonte Lux.

Dass das noch lange nicht überall funktioniert, dies zeigen Zahlen des Heidelberger Institut für Konfliktforschung, demnach gab es im vergangenen Jahr weltweit 223 bewaffnete Konflikte. "Mit jedem Krieg beginnt wieder eine Leidensgeschichte, an deren Ende die Familie ihre Toten bestatten", sagte die Bürgermeisterin und mahnte, Gewalttaten frühzeitig mit aller Kraft zu verhindern.

Die Gedenkstunde endete mit dem Gang zum Gräberfeld der in Leverkusen gestorbenen Zwangsarbeiter. Auch dort wurde ein Kranz niedergelegt.

(sch)
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