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Leverkusen
75 Jahre Schmitz - vom Bier zur Chemie

Leverkusen: 75 Jahre Schmitz - vom Bier zur Chemie
Michaela Schmitz leitet den Opladener Familienbetrieb. Ihre Zeit als stellvertretende Betriebsratsvorsitzende hat sie geprägt. FOTO: Miserius
Leverkusen. Die Apparate- und Maschinenbaufirma Schmitz ist ein Familienbetrieb. Wilhelm Schmitz hat das Unternehmen 1942 gegründet. Heute führt seine Enkelin, Michaela Schmitz, die Geschäfte. Der Kundenstamm hat sich verändert. Von Cristina Segovia-Buendía

Dass es die Apparate- und Maschinenbaufirma Wilhelm Schmitz heute gibt, ist dem großen Familiensinn seines Firmengründers zu verdanken: Als der gelernte Diplomingenieur Wilhelm Schmitz, zu jener Zeit Betriebsleiter der Trieurfabrik in Köln-Kalk, im Mai 1942 den Apparatebauer und Schweißspezialisten Karl Kiessig in Opladen übernahm, tat er dies in erster Linie für seinen gehörlosen Sohn Hermann-Josef. "Sonst hätte er in dieser Zeit bestimmt keine Stelle bekommen", sagt Michaela Schmitz. Die 54-Jährige leitet heute das Unternehmen, das ihr Großvater während des Zweiten Weltkrieges aufbaute.

In den 50er Jahren machte sich die Firma vor allem im Brauereigeschäft einen Namen, belieferte große Brauereien im In- und Ausland, mit Flüssigkeitsbehältern, unter anderem die Dortmunder Unions Brauerei, Uerige und Frankenheim aus Düsseldorf. Veltins und Diebels gehören auch heute noch zu ihren Kunden, obwohl sich die Firma Schmitz seit Mitte der 90er Jahre verstärkt in der Chemiebranche etabliert hat. "Die Chemieindustrie haben wir seit den 80er Jahren schon immer mitbeliefert", erklärt Schmitz, aber seit 1995 ist es mit gut 90 Prozent unser Hauptstandbein." Das Hauptgeschäft läuft dabei mit Druckbehältern für Flüssigkeiten oder Gase für Firmen im örtlichen ChemPark, mit dem das Familienunternehmen, das zurzeit 45 Arbeiter beschäftigt, darunter drei Auszubildende, zwei Drittel seines Umsatzes verdankt.

Das erste Firmengebäude um 1969. FOTO: Firma Schmitz

Ihr Traumberuf, erzählt die gelernte Industriekauffrau, war eigentlich Krankengymnastin. "Doch diesen Wunsch verwarf ich nach dem Abitur schnell wieder." Bodenständig absolvierte sie lieber eine Ausbildung als Industriekauffrau bei der Firma Siemag Rosenkaimer in Leichlingen. "Nach der Ausbildung wurde ich dort auch übernommen und wurde sogar stellvertretende Betriebsratsvorsitzende." Besonders Letzteres habe sie für ihre jetzige Tätigkeit als Geschäftsführerin geprägt. Denn Mitarbeiter sind für sie keine anonymen Arbeitskräfte.

Diese Philosophie übernahm Schmitz von ihren Vorgängern: "Mein Großvater und auch später mein Vater waren keine typischen Unternehmer. Sie waren schon immer sehr menschlich ausgerichtet, und so halte ich es auch." 1988 trat sie in den Familienbetrieb ein und übernahm, nach dem Tod ihres Vaters, im Dezember 1992, die Geschäftsführung ab 1993.

"Als ich hier anfing, herrschte noch Kurzarbeit. Viele kleinere Brauereien wurden von großen Konzernen aufgekauft, die sie dann selbst belieferten und uns brachen die Aufträge weg." Doch mit der Übernahme der Firma Schwingel und dessen Betriebsleiter Willi Münstermann wendete sich das Blatt für den Familienbetrieb. "Herr Münstermann brachte glücklicherweise auch viele Kontakte mit." Die neue Ausrichtung ermöglichte den Aufschwung und der damals auf 15 Mann geschrumpfte Betrieb blühte wieder auf, Schmitz konnte neue Leute einstellen.

Die Größe konnte Schmitz, die das Unternehmen mittlerweile gemeinsam mit Günther Tannigel führt, konstant halten. Für die Zukunft ist keine Vergrößerung angedacht. Maximal 50 Arbeiter können sie beschäftigen, sagt Schmitz, dann sind die Kapazitäten erschöpft.

Für Nachwuchs in der Chefetage wird derweil vorgesorgt: Schmitz' jüngste Tochter absolviert zurzeit eine Ausbildung zur Industriekauffrau und wäre nicht abgeneigt, in das Familienunternehmen einzusteigen.

Quelle: RP
 
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