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Leverkusen
93-jähriger Unfallfahrer ist schwerbehindert

Unfall mit Rettungswagen in Leverkusen
Leverkusen. Der Senior, der am vergangenen Samstag während eines Einsatzes in einen Rettungswagen fuhr, ist schwerbehindert. Die Polizei ermittelt, ob die Fahrtüchtigkeit des Mannes beeinträchtigt war. Von Julia Zuew

Busse und Autos zwängen sich aneinander vorbei, zu sehr aufs Gas scheint keiner zu drücken. "Die sind hier sonst schneller unterwegs", sagt Monika Koch, Anwohnerin an der Brandenburger Straße. Samstagmittag war dort ein 93-Jähriger frontal auf einen Rettungswagen geprallt - zwei Sanitäter waren gerade dabei, eine Patientin in den Rettungswagen zu bringen. Durch die Wucht des Zusammenstoßes wurde dieser nach hinten geschleudert. Fünf Personen wurden verletzt.

Die Ermittlungen zur Unfallursache sind aufgenommen. Nach Angaben der Polizei soll der 93-Jährige schwerbehindert sein. Es ist jedoch nicht klar, ob seine Beeinträchtigung Einfluss auf seine Fahrtüchtigkeit hat. "Wir ermitteln in alle Richtungen", sagt ein Polizeisprecher. Jedoch stehe man erst am Anfang der Arbeit, und "Vorrang hat erstmal die Genesung des Unfallverursachers".

Im Video sehen Sie, wie es an der Unfallstelle aussieht.

Der Rettungswagen wurde durch den Aufprall nach hinten geschleudert. Der 93-Jährige soll die erlaubten 30 km/h überschritten haben. FOTO: Uwe Miserius

Die Fahrerlaubnis des Rentners hatten die Beamten bereits am Unfallort sichergestellt. "Jetzt muss geprüft werden, ob er seinen Führerschein zurückbekommt", sagt der Polizeisprecher. Die Verantwortung hierfür liege beim städtischen Verkehrsamt.

Der Mann soll schneller als die erlaubten 30 Stundenkilometer gefahren sein. Anwohner berichten allerdings, dass Temposünden auf der Brandenburger Straße keine Seltenheit seien. Monika Koch vermutet, dass sich wegen der Berichterstattung zum Unfall zurzeit mehr Autofahrer als sonst an die Geschwindigkeitsbegrenzung halten. Ihre Nachbarin Sandra Below sieht es ähnlich: "Die fahren hier sonst wie die Wilden", sagt sie. Auch Busse würden sich nicht immer an die Tempovorgaben halten.

Trotzdem zeigen sich Koch und Below verwundert über den Unfall, zumal die Kurve gut einsehbar sei. Der Rettungswagen habe nicht allzu tief in den befahrenen Straßenbereich hineingeragt und sei auch nicht zu übersehen gewesen. "Es ist für mich unverständlich, wie das passiert ist", sagt Koch. "Vielleicht war der Fahrer abgelenkt. Wäre es ein jüngerer Fahrer gewesen, hätte ich vermutet, dass er an seinem Handy zugange war." Den Bewohnern der anliegenden Häuser habe der Unfall einen Schrecken eingejagt. "Ich hatte nur den Knall gehört und wusste gar nicht, was es war", sagt Koch. Auch eine Nachbarin hatte sich den Knall nicht erklären können - als sie zum Fenster hinausschauten, seien alle verwundert gewesen über den Anblick.

Quelle: RP
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