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Leverkusen
A1-Ausbau: Bayer 04 fürchtet massive Probleme

Leverkusen. Sollte die A1-Stelze in Küppersteg verbreitert werden (statt Tunnellösung), sieht Bayer 04-Geschäftsführer Michael Schade "gigantische Probleme" auf den Verein zukommen. Vor allem, weil womöglich der Trainingsplatz 1 wegfiele. Von Simon Janssen

Die geplanten Arbeiten an der neuen A1-Rheinbrücke und der Stelze sorgen auf Seiten von Bayer 04 für Sorgenfalten. "Wir werden uns mit der Frage beschäftigen, was passieren wird, wenn der Autobahnausbau kommt", sagte Geschäftsführer Michael Schade gestern beim Kongress "Clubmanager-Summit" in der BayArena. "Alle wissen, dass es gigantische Probleme geben würde, wenn die Stelze verbreitert wird."

Große Teile der Stadtpolitik und zahlreiche Vereine traten bereits mit der Forderung an Bund und Land, die A1 zwischen Leverkusener Kreuz und Brücke von der bisherigen Stelze in einen Tunnel zu verlegen. Ob der Bund sich auf die Forderung einlässt, ist noch nicht bekannt.

Das Problem aus Sicht von Bayer 04 bei einer möglichen Stelzenverbreiterung: "Der Trainingsplatz 1 würde dann schon mal wegfallen - der wäre eine Baustelle, das weiß man jetzt schon", sagte Schade über die an die Rheinbrücke grenzende Anlage. Was genau auf den Verein zukommt, werde man erst in "ein bis zwei Jahren erfahren", schätzte Schade. Fest stehe jedoch, dass es eine "Herkulesaufgabe" werde, dies zu managen. Der vorgesehene Baubeginn für die neue Rheinbrücke ist 2017.

Doch Schade hatte gestern auch Positives zu melden. So hätten einige in der Sommerpause getätigte Investitionen bereits messbaren Erfolg. Laut des 62-Jährigen habe sich der Umsatz bei Spielen auf nationaler Ebene um 40 Prozent und auf internationalem Parkett um 30 Prozent gesteigert. Dies liege vor allem an dem Neubau der zahlreichen Groß-Kioske und an der Tatsache, dass der Toilettenverkehr mit einer "Einbahnstraßenregelung" beschleunigt wurde. "Jetzt können wir theoretisch 50 Prozent der Stadionbesucher während der Halbzeitpause verpflegen - ein Liga-Spitzenwert", betonte der Manager. Vor den Umbaumaßnahmen seien es lediglich 18 Prozent gewesen.

Bei dem gemessenen Wert wird von einem ausverkauften Stadion ausgegangen. Das ist in der BayArena nicht immer der Fall, dennoch habe man sich diesbezüglich in den vergangenen Jahren - auch aufgrund der getätigten Investitionen - verbessert. "Unter Jupp Heynckes haben wir toll gespielt, aber hatten trotzdem nur 20.000 bis 22.000 Zuschauer im Schnitt. Jetzt haben wir knapp 30.000", sagte Schade.

Grundsätzlich ging es beim runden Tisch zum Thema "Rentable Servicequalität durch Kundenbindung" darum, wie ein Verein durch Investitionen neue Einnahmequellen generieren kann. "Diesbezüglich ist Bayer 04 ein Vorbild für andere Vereine", lobte Alfons Madeja, Geschäftsführer von SLC Management. Sportklubs müssten sich Gedanken machen, inwiefern sie ihre Stadien abseits des Fußalls nutzen könnten. Ein Modell, in dem die Spielstätte als Veranstaltungsort für Konzerte fungiert, wie es auf Schalke der Fall ist, schließt Schade aus: "Der Rasen ist heilig."

Quelle: RP
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