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Leverkusen
A1-Ausbau: Langer Tunnel wird salonfähig

Leverkusener demonstrieren gegen A1-Ausbau
Leverkusener demonstrieren gegen A1-Ausbau FOTO: Miserius, Uwe
Leverkusen. Der SPD-Bundestagsabgeordnete Karl Lauterbach ist empört über die Aussage von Straßen NRW, schon im Oktober mit dem Neubau der A1-Brücke beginnen zu wollen, sofern das Bundesverwaltungsgericht zustimmt. Von Susanne Genath

"Das ist eine ganz arrogante Haltung", sagt Lauterbach. "Das heißt ja: ,Wir bauen, egal was die Bürger in Leverkusen wollen.'" Und dass bei einem Baustopp auf Wunsch des Bundestags - einen solchen Baustopp will Lauterbach durchsetzen - Schadenersatz an die beauftragten Baufirmen gezahlt werden müsse, könne er nicht verstehen. "Das heißt ja, dass keine Rettungsklausel vereinbart worden war. Das wäre ein Versagen von Straßen NRW."

Der SPD-Politiker hatte am Montag seinen Schulterschluss für die "Kombilösung" inklusive Rheintunnel beim A1-Ausbau mit dem Bürgerbündnis "LEV muss leben" bekannt gegeben. Dessen Bewerber Daniel Werner hatte im Gegenzug seine Kandidatur für die Bundestagswahl Ende September zurückgezogen. Auf dem Wahlstimmzettel wird er trotzdem stehen, weil laut Stadt die Frist zum Rücktritt abgelaufen war.

"Offenbar hat Herr Lauterbach erhebliche Sorge um den Verlust seines Bundestagsmandats", kommentiert der CDU-Bundestagsabgeordnete Helmut Nowak den nun gemeinsamen Wahlkampf seines Gegenkandidaten mit den Bürgerinitiativen. "Damit stößt er der eigenen SPD-Fraktion vor den Kopf, die sich deutlich für den kurzen Tunnel ausgesprochen hatte."Er selbst sei nie gegen einen langen Tunnel gewesen, erklärt Nowak. "Im Februar 2017 habe ich auch darauf hingewiesen, dass es ein städtebaulicher Gewinn für Leverkusen wäre, eine möglichst lange Strecke der Autobahn in einen Tunnel zu verlagern."

Die Leverkusener CDU-Ratsfraktion hat jetzt Oberbürgermeister Uwe Richrath (SPD) in einem Brief daran erinnert, dass sich der Stadtrat im Dezember 2016 ganz bewusst der Klage gegen den Neubau der Rheinbrücke nicht angeschlossen habe. "Hier steht aufgrund des desolaten Zustands der Brücke nicht nur eine möglicherweise plötzliche Sperrung der Autobahn 1 auf unbestimmte Zeit im Raum, sondern auch die sich daran anschließende Sperrung der Wasserstraße", schreibt CDU Fraktionsvorsitzender Thomas Eimermacher. Man habe keine Vorlaufzeit mehr für eine neue Rheinquerung. "Wir brauchen sie jetzt." Eimermacher fordert daher von Richrath, dem Bekenntnis "Tunnel statt Stelze" treu zu bleiben.

Quelle: RP
 
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