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Sperre an der A1-Brücke
Am Donnerstag gehen die Lkw-Schranken in Betrieb

Eine Fahrt durch die Lkw-Sperre vor der A1-Rheinbrücke
Leverkusen. NRW-Verkehrsminister Michael Groschek wird am Donnerstagmorgen die erste von vier Lkw-Sperren an der A1-Rheinbrücke in Betrieb nehmen. Anfang Oktober sollen auch die übrigen Anlagen fertig sein. Von Sebastian Fuhrmann und Susanne Genath

Die ersten Tests waren erfolgreich, nun soll es losgehen: NRW-Verkehrsminister Michael Groschek wird am Donnerstag um 10 Uhr die Schrankenanlage eröffnen, die von der A59 auf die Autobahn 1 in Richtung Köln führt. Das teilte der Landesbetrieb Straßen NRW auf Anfrage mit. Für Fahrzeuge mit einem Gewicht von mehr als 3,5 Tonnen ist die Auffahrt auf die A1 in Richtung Köln dann nicht mehr möglich. "Die ersten Tests sind gut gelaufen", sagt Timo Stoppacher, Sprecher des zuständigen Landesbetriebs. "Zum Test ist ein Fahrzeug mit einem Gewicht von mehr als 3,5 Tonnen durch die Anlage gefahren, die Ampeln an der Anlage sind planmäßig auf Rot gesprungen, daran haben sich die Autofahrer gehalten." Staus habe es nicht gegeben.

Insgesamt entstehen an der A1-Rheinbrücke vier Sperranlagen für Lkw; zwei auf Kölner Seite, zwei in Leverkusen. Die zweite Sperre auf der Leverkusener Seite steht direkt auf der A1. Sie werde in der Nacht zu Mittwoch laut Straßen NRW getestet. Sind die Tests erfolgreich, kann bald auch sie in Betrieb gehen.

Diese Grafik zeigt, wo die Sperren entstehen sollen. FOTO: Straßen NRW

Die Sperranlage soll dazu beitragen, dass keine neuen Schäden an der maroden A1-Brücke entstehen. Die Sperre soll verhindern, dass Fahrzeuge mit einem Gewicht von mehr als 3,5 Tonnen auf die Brücke gelangen. Trotz gültigen Verbots fahren täglich rund 150 zu schwere Fahrzeuge über die Brücke, die durch einen Neubau ersetzt werden soll.

Hier erfahren Sie, wie die Lkw-Sperre funktioniert.

Bußgelder für Lkw-Fahrer stehen noch nicht fest

4,5 Millionen Euro kosten die vier Sperren vor der A1-Rheinbrücke. Geld, das der Steuerzahler aufbringen muss. Wie viel Lastwagen-Fahrer zahlen sollen, wenn sie – nachdem sie diverse Verkehrs- und Verbotsschilder missachtet haben – vor einer der Schranken landen, steht noch nicht fest. "Die Frage wird noch geklärt", sagt Polizeisprecher Lutz Flaßnöcker. Hierfür finde diese Woche ein Termin mit der zuständigen Straßenverkehrsbehörde und den Ordnungsbehörden der Städte Köln und Leverkusen statt.

Die Sperranlagen werden künftig nicht nur durch je einen Mitarbeiter der Herstellerfirma, sondern auch durch Radarmessgeräte überwacht. Die Blitzanlagen auf der Rheinbrücke bleiben ebenfalls bestehen. Der Bund der Steuerzahler NRW sieht die öffentliche Hand in einer Zwickmühle. "Die Kosten für die aufwendigen Lkw-Sperren bleiben an den Steuerzahlern hängen", bestätigt Sprecherin Bärbel Hildebrand. "Hier sorgt das Fehlverhalten einzelner dafür, dass die Allgemeinheit unter den Folgen leidet." Sich Teile des Geldes von den Verursachern zurückzuholen, sei jedoch nicht einfach. "Härtere Strafen sind unter Umständen gar nicht möglich, weil sich die Polizei an den geltenden Bußgeldkatalog halten muss."

Eine bessere Lösung habe der Steuerzahler-Bund auch nicht parat. "Wir können nicht beurteilen, ob es machbar und preisgünstiger wäre, beispielsweise ,Streckenposten‘ vor der letzten Ausfahrt vor der Brücke aufzustellen, die die Lkw von der Autobahn herunterwinken", sagt Hildebrand.
 

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