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Leverkusen
Rheinbrücke der A1 wird im August gesperrt

Leverkusen/Köln. Experten haben in der Verankerung der Leverkusener A1-Brücke einen Riss entdeckt. Offenbar sind dafür illegale Lastwagenfahrten auf der maroden Brücke verantwortlich. Es droht die Totalsperrung. Von P. Clement, U. Schütz und C. Schwerdtfeger

Wegen eines 40 Zentimeter langen Risses an einer Seilverankerung wird die Leverkusener Rheinbrücke voraussichtlich im August zeitweise voll gesperrt. "Die A1 muss für die Reparaturen erschütterungsfrei sein, weil Schwingungen während der Arbeiten die Schäden noch vergrößern", sagte ein Sprecher des Landesbetriebs Straßenbau NRW. Wann genau und wie lange die Brücke für den Verkehr ausfallen wird, steht noch nicht fest.

Die Seilkammern der Leverkusener Rheinüberquerung, die bis 2023 durch einen Neubau vollständig ersetzt werden soll, sind das Herzstück des maroden Bauwerks. Der tragende Bereich musste bereits mit eigens angefertigten Stahlplatten verstärkt werden. Inzwischen wurde auch ein Hauptträger ersetzt. Täglich sind etwa 14 Experten und Schweißer in dem Stahlkoloss, um ihn zu kontrollieren und standsicher zu halten.

Brücke ist illegalem Schwerlastverkehr nicht mehr gewachsen

Als Grund für den neuen Riss nannte Straßen NRW vor allem die Belastung des Bauwerks durch den illegalen Schwerlastverkehr. Diesem sei die Brücke nicht mehr gewachsen. Denn nach wie vor rollen trotz Verbots täglich viele Fahrzeuge mit einem Gewicht über 3,5 Tonnen über die Brücke. Nach Angaben der Kölner Polizei haben im Juni rund 2600 Fahrer das Verbot missachtet, im Mai waren es 2257, im April und März jeweils 1600.

NRW-Verkehrsminister Michael Groschek (SPD) bezeichnete das Verhalten dieser Lastwagenfahrer als skrupellos. "Jetzt ist das Maß voll, und wir müssen mit härteren Bandagen gegen die Rechtsbrecher vorgehen", sagte Groschek unserer Redaktion. In Gesprächen mit dem Innenministerium werden derzeit mögliche Zwangsmaßnahmen wie längere Sperrungen erörtert. "Diese wären dann allerdings auch mit Einschränkungen für den allgemeinen Autoverkehr verbunden", betonte Groschek. Neue Strafmaßnahmen seien aber nötig, weil die Polizei ihr Abschreckungspotenzial ausgeschöpft habe, indem sie diese Lkw-Fahrer bereits mit einem doppelten Ordnungsgeld bestrafe, so der Minister weiter.

"Der jetzt entdeckte Schaden stellt eine neue Qualität dar"

Fachleute befürchten, dass das marode Bauwerk nicht nur zeitweise, sondern schon bald dauerhaft aus Sicherheitsgründen gesperrt werden könnte. "Ja, es stimmt. Der jetzt entdeckte Schaden stellt eine neue Qualität dar", sagte der für die Brücke zuständige Bauingenieur Norbert Palm.

Seine Behörde werde alles dafür tun, dieses Szenario zu verhindern. Deshalb werden in den kommenden Wochen 8000 Meter Brückenseil in einem aufwendigen Verfahren auf weitere Risse hin untersucht. Sollten weitere entdeckt werden, käme das einer dauerhaften Sperrung der Brücke gleich, hieß es in Kreisen des Landesbetriebs.

Einen Kommentar zur Sperrung lesen Sie hier.

Quelle: RP
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