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Leverkusen/Köln
A1-Brücke: Handwerk beklagt 200 Millionen Euro Schaden

Gähnende Leere auf gesperrter A1-Rheinbrücke
Gähnende Leere auf gesperrter A1-Rheinbrücke FOTO: dpa, htf
Leverkusen/Köln. Die Zahl ist ganz schön happig: 200 Millionen Euro Schaden. Diese Summe haben die für Fahrzeuge mit mehr als 3,5 Tonnen Gewicht gesperrte A1-Rheinbrücke und andere Verkehrsbeeinträchtigungen fürs Handwerk in der Region (Köln, Bonn, Leverkusen und die vier angrenzenden Landkreise) bisher verursacht. Davon geht die Handwerkskammer Köln aus. Von Ludmilla Hauser

"Wenn die Brücke nicht bis zum Neubau durchhalten würde... , das möchten wir uns lieber nicht ausmalen", sagt deren Chef, Ortwin Weltrich. Laut einer Umfrage der Kammer in den Betrieben sind die zwei wichtigsten Themenbereiche fürs Handwerk: "Nachwuchssorgen und Verkehr." Unter anderem gerade für das Handwerk müsse der Neubau der Brücke nun "zwingend" störungsfrei an- und durchlaufen.

Und deswegen ärgert es Weltrich, wenn aus der Leverkusener Politik Forderungen laut werden, wie "man wolle den Brückenbau blockieren, solange es keine Zusage für den Tunnel auf der A1" bei Küppersteg (statt Megastelze) gebe. "Das ist kontraproduktiv. Natürlich sollen die Leute für ihren Tunnel kämpfen, aber damit eben nicht den Bau der neuen Rheinbrücke aufhalten", sagt der Manager. Ebenso hat er sich mit der Bürgerinitiative auseinandergesetzt, die statt der Brücke eine Untertunnelung des Rheins (am liebsten schon ab Alkenrath, wie Bürgerlisten-Fraktionschef Erhard Schoofs nicht müde wird, zu bewerben) wünschen.

"Wir haben uns getroffen und darüber diskutiert. Wahrscheinlich wäre solch ein Tunnel vor Jahren möglich gewesen, aber jetzt können wir uns ein zeitintensives neues Planfeststellungsverfahren für so ein Projekt nicht mehr leisten", betont Weltirch im Hinblick auf den maroden Zustand der Rheinquerung und fasst zusammen: "Wir als Kammer sind strikt gegen jedes Störfeuer, was den Rheinbrückenbau angeht, da wissen wir auch unsere Betriebe hinter uns."

Verstehen kann Weltrich, dass die Leverkusener für die "Tunnel-statt-Stelze"-Lösung in Küppersteg kämpfen. "Wenn der Tunnel mit Gefahrguttransporten realisierbar ist, haben wir da nichts gegen. Auch gegen eine Troglösung nicht, die meiner Meinung nach übrigens noch gar nicht ausreichend geklärt worden zu sein scheint", betont Ortwin Weltrich.

Für ihn steht zunächst aber die Brücke im Vordergrund. Die Kammer rechnet bereits damit, dass es beim Ausbau ohnehin noch "Überraschungen" geben könnte und sich die Terminplanung nach hinten verschiebt. "Darauf machen wir uns gefasst. Uns würde ja der erste Teil, der bis 2020 fertig werden soll, schon reichen.".

Wie es wäre, würde sie tatsächlich vor Fertigstellung des Ersatzes ausfallen, konnten die Handwerksbetriebe am Wochenende der Brückenvollsperrung erleben: "Da haben Betriebe an dem besagten Freitag teilweise dichtgemacht, bei anderen wurden Fahrten umgeplant, um die Brückensperrung zu umgehen. Für einen Tag geht das, aber für länger nicht."

Weltrich wiederholt: "Fällt die Brücke vor Fertigstellung der ersten Ersatzbrücke aus, das wäre für unsere Betriebe desaströs."

Quelle: RP
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