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Leverkusen
A1-Brückensperrung: "Beschämend für die Behörden"

Leverkusen. Die Verbindung der Begriffe "Vollsperrung", "Lastwagen-Verbot" und "A1-Rheinbrücke" ist immer für Kommentare gut.

Die Nachricht von der Autobahnbehörde Straßen.NRW, die A1-Rheinbrücke müsse im August temporär komplett gesperrt werden, hat die Gemüter in der Stadt und außerhalb bewegt, RP-Leser kommentieren:

ù "Maßgeblich für die Schäden sind Mängel in der Konstruktion bzw. Schweißreihenfolge. Es wurden steife Segmente miteinander verschweißt, die der Schrumpfung (durch Abkühlen) nach dem Schweißvorgang nicht nachgeben konnten. Solches hat schädliche Zugspannungen zur Folge. Aus diesem Grund wurde die Brücke vor etwa 35 Jahren schon einmal saniert. 70 Prozent der Schweißnähte waren fehlerhaft. Die Brücke diente als Lehrbeispiel für fehlerhafte Fertigung."

ù "Wenn man den Lkw-Verkehr auf dieser Brücke verhindern möchte, dann wäre dies sehr einfach, man müsste nur an der letzten Abfahrt vor der Brücke Beamte stationieren. Aber die Beamten stehen hinter der letzten Abfahrt, halten dort die Lkw an, kassieren ab - und lassen diese dann die Brücke passieren! Geld hat halt schon immer den Charakter verdorben..."

ù "Komisch, die Polizei in Schleswig-Holstein hat das Gewichtslimit auf der A7-Raderberger Brücke durchgesetzt. Fehlt in NRW da der politische Wille ?"

ù "Das ist jetzt aber beschämend für die Polizei oder übergeordnete Behörden. Das lässt fast vermuten, dass das Fahrverbot halbherzig ist. Wenn jetzt, nach zwei Jahren, noch täglich 150 Lkw über die Brücke fahren, dann kann man auch einen Polizeiposten an die Brücke setzen. Der Polizist finanziert sich dann selbst durch die Einnahmen. Den Schaden haben jetzt wieder alle Fahrzeuge, wenn die Brücke komplett gesperrt ist - oder fahren dann täglich auch noch bis zu 100 Lkw durch? Wie ich hier auch schon gelesen habe, 1000 Euro Strafe, sofort zahlbar, sonst wird der Lkw stillgelegt. Aber dazu ist man in Deutschland ja nicht in der Lage. In der Schweiz, Österreich, Italien werde ich mit meinem Pkw viel härter rangenommen. Dort würden die Lkw das auch nicht versuchen."

ù "Warum stellt man nicht vor/an die jeweils letzte Ausfahrt vor die Brücke auch solche permanenten Streifen. Sollten dann trotzdem Lkw weiterfahren, werden die direkt mit Blaulicht verfolgt, angehalten und die Fahrzeuge erst einmal stillgelegt und der Fahrer zur Protokollierung mit zur Wache genommen. So etwas kann ja durchaus schon einmal etwas länger dauern... Und eine Weiterfahrt wäre erst nach vollständiger Bezahlung der Strafe möglich. Das würde sich rumsprechen und es würde wirken. Zudem sich der Aufwand für das Land/den Bund in Grenzen halten würde. Ich denke, die Kosten für die Polizei hätten die Polizisten schnell wieder drin. Das wäre sogar eine echte Win-Situation für das Land, weil diese Maßnahme anders als der angekündigte Radar-Marathon von der Mehrheit der Bevölkerung mitgetragen würde.

ù ",Straßenbau NRW teilte am Mittwoch mit, dass die Brücke der Belastung durch den illegalen Schwerverkehr nicht mehr gewachsen ist.' Wenn die Aussage von Straßenbau NRW korrekt ist, müssten m.E. Ermittlungsverfahren wg. Sachbeschädigung gegen die Fahrer eingeleitet werden. Fotos der mutmaßlichen Täter und der Fahrzeuge sollten wg. der installierten Blitzer auch vorhanden sein, so dass die Strafverfolgung kein Problem darstellen sollte - vorausgesetzt, dass man die Kriminalität auf der Brücke wirklich eindämmen will. Wenn man dann noch den Mehrfachtätern die Fahrerlaubnis entzieht und das Tatwerkzeug (= Lkw) beschlagnahmt, hat der Spuk sicher schnell ein Ende. Bei der derzeit dilletierenden Justiz bleibt diese Vorstellung aber nur ein schöner Traum von einer besseren Welt."

ù "Bevor jetzt wieder jemand über die schlechte Bauqualität mäkelt, noch mal zur Erinnerung: Bei der Planung der Leverkusener Rheinbrücke waren Lkw im Schnitt noch leichter als heute. Es wurde mit viel weniger Verkehr gerechnet. Und der dümmste Fehler war wohl, den an die Konstruktion nur angehängten Standstreifen nachträglich als Fahrspur umzuwidmen. Weil dort aber Lkw fahren, muss der konstruktiv schwächste Teil die größte Belastung ertragen."

(LH)
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