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Leverkusen
A1-Initiativen fühlen sich von Straßen.NRW getäuscht

Leverkusen. Die Tunnellösung der Behörde sei nicht umsetzbar. Von Tobias Brücker

Erhard Schoofs ist erbost. Er und seine Mitstreiter in den Bürgerinitiativen, die sich für einen Tunnel einsetzen, fühlen sich von Straßen.NRW - gelinde gesagt - verschaukelt. Soweit ist das noch nicht unbedingt etwas Neues. Die Behörde aber hatte mehr oder weniger eine kleine Tunnellösung zugesagt, die auf Höhe des Wasserturms beginnen und bis zum Leverkusener Kreuz gehen soll. Eine Lösung, die nach Schoofs so nicht umsetzbar sei. Er wirft der Behörde Täuschung und "Schauplanung" vor.

Denn - und das werde von Seiten der Behörde auch keineswegs bestritten - der Europaring (B8), der zur Zeit bekanntlich unter der A1 hindurchführt, müsse beim Bau um 2,5 Meter angehoben werden. Die Folge: Es passten weder Pkw noch ein aufrecht gehender Erwachsener auf der dann höhegelegten Straße hindurch. So dass die darüber befindliche Autobahn abgerissen werden müsste.

"Das ist in den Plänen von Straßen.NRW aber gar nicht vorgesehen", sagte Schoofs. Schließlich solle der Verkehr während den Bauphasen weiter über die A1 laufen. Bei Abriss müssten anderweitig Umleitungen über die Dhünnaue und unter der Hochstraße gefunden werden. Wobei die bereits vorhandene Brücke über die Dhünn ersetzt und höhegelegt werden müsste. "Das gäbe ein riesen Durcheinander", betonte der Bürgerlistenchef. Zudem gebe es für europäische Autobahnen, zu denen die A1 gehöre, gesetzliche Vorgaben, nach denen sich der Einfallswinkel der Straße in einen Tunnel zu richten habe. Diese Gradientenvorgaben schreiben einen sanften Winkel vor - auch das sei nicht umzusetzen.

Zwar könne die Behörde vorschlagen, den Bauabschnitt zu einer städtischen Autobahn zu machen, bei der die Vorgaben weniger streng seien und der Einfallswinkel daher steiler sein könne, doch auch das verhindere nicht das Anheben des Europarings. Zudem sei nicht sicher, ob die Gremien dem zustimmen würden - das hätten sie jedenfalls nach Schoofs Angaben bisher noch nie getan. Er betonte, all diese Kritikpunkte bezögen sich lediglich und ausschließlich auf die Planungen von Straßen.NRW.

Wenige Wochen vor der Entscheidung des Bundesverwaltungsgerichts rechnet sich Schoofs große Chancen aus, seine Mitstreiter könnten den Prozess gewinnen. Gleiches gilt aber wohl auch für die Gegenseite. "Das erklärte Ziel ist es, dass die Kombi-Lösung geprüft werden muss", sagte er.

Die guten Beziehungen zu SPD-Mann Karl Lauterbach (MdB) verschaffen den Initiativen bei einer Niederlage ein Fangnetz. Der versprach bei erfolgreicher Wahl einen Erschließungsauftrag im Bundestag einzubringen. "Das ist Plan B", betonte Schoofs.

Quelle: RP
 
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