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Leverkusen
A1-Sperrung: Staus auf Straßen, für Fähre läuft's

Die Verkehrsentwicklung um die A1-Brücke im Zeitraffer
Leverkusen. Während es am Freitagmorgen noch ruhig blieb, stockte am Nachmittag der Verkehr. Die Fähre kam an ihre Grenzen. Von Susanne Genath

Kapitän Hans-Gerd Kohlmann ist mehr als zufrieden. "Es läuft fantastisch", berichtete der Mitarbeiter auf der Hitdorfer Fähre gestern Nachmittag. "Die ersten Autofahrer waren schon um 5.15 Uhr da, obwohl wir erst um 6 Uhr ablegen." Durch die Sperrung der A1-Rheinbrücke fahre man nun im Dauerbetrieb zwischen Hitdorf und Köln-Langel anstatt nur vier Mal die Stunde - im Schnitt mit 15 bis 18 Autos an Bord. "Wir können die Autobahnbrücke nicht ersetzen", sagt Kohlmann. "Aber wir haben uns auf den Ansturm vorbereitet und bewegen uns jetzt, wie erwartet, am Limit." Am längsten dauere das Hinauf- und Hinunterfahren von der Fähre. "Wir haben viele Fremde dabei, die deshalb sehr vorsichtig fahren."

Auf der Autobahn A1 zwischen Leverkusen und Köln herrscht dagegen gähnende Leere. Noch bis Montag, 5 Uhr, ist sie gesperrt. In den Seilkammern der Brücke werden Risse geschweißt. Der größte ist rund 40 Zentimeter lang. 30 sollen insgesamt bis Montagfrüh behoben sein, sagt Dr. Markus Hamme. Er ist Ingenieur bei Straßen NRW. "Die Tragkabel der Brücke bestehen aus vielen Einzelseilen, die unten aufgelöst und verankert werden", erklärt er. In sechs der acht Seilkammern müsse nun - unter zum Teil schwierigsten Bedingungen - gefräst und geschweißt werden. "Zum Glück haben wir im Moment keine 30 Grad", sagt Hamme. Dann wären die Arbeiten in den engen Kammern noch unangenehmer.

Während es auf den Autobahnen rund um Leverkusen und Köln am Morgen noch entspannt zuging und sich die Brückensperrung zunächst nur in den kleineren Ortschaften bemerkbar machte, stockte der Verkehr ab dem frühen Nachmittag. Auf der Autobahn 3 verschärften kleinere Unfälle mit Blechschäden die Situation. In Fahrtrichtung Oberhausen mussten Autofahrer zwischen Heumar und Leverkusen gegen 17 Uhr etwa eine Stunde mehr einplanen. Auch innerhalb Leverkusens waren die Straßen voll.

Beim Landesbetrieb Straßenbau rechnet man auch am Wochenende mit größeren Staus. "Nämlich dann, wenn die nächste Reisewelle durch die Sommerferien kommt", sagt Sprecher Timo Stoppacher. Die einen kämen zurück, die anderen machten sich erst noch auf den Weg.

Trotz der Einschränkungen für die Autofahrer begrüßt der Allgemeine Deutsche Automobil-Club (ADAC) die Reparaturarbeiten und die damit verbundene Vollsperrung der Rheinbrücke. "Die Brücke ist bundesweit ein wichtiges Nadelöhr", erklärt ADAC-Sprecher Dr. Roman Suthold. "Deswegen ist es ganz wichtig, die Brücke am Leben zu erhalten." Dafür sorgten die derzeitigen Bauarbeiten. "Viel schlimmer wäre es für uns, wenn die Brücke längerfristig ausfallen würde, wenn sie also auch im Hauptberufsverkehr außerhalb der Ferien nicht mehr für den Pkw-Verkehr zur Verfügung stehen würde."

Um zusätzliche Staus wegen der heutigen Saisoneröffnungs-Feier zu vermeiden, weist der Fußballverein auf seiner Internetseite ausdrücklich auf die Sperrung der Rheinbrücke und ein mögliches höheres Verkehrsaufkommen in der Stadt hin. Zu dem Fest werden rund 15.000 Besucher erwartet. Es werde "allen Zuschauern empfohlen, die Pendelbusse der Wupsi vom kostenfreien Parkplatz Kurtekotten zu nutzen", heißt es auf der Homepage. "Auch die Löwenlinie von Opladen fährt ab 12.30 Uhr bis zum Veranstaltungsende."

 

Quelle: RP
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