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A1 in Leverkusen
Tödliche Unfälle: Grünes Licht für neue "Blitzer"

Leverkusen: A1 wegen Unfall gesperrt
Leverkusen: A1 wegen Unfall gesperrt FOTO: Miserius
Leverkusen. Die Bezirksregierung Köln wird die Installation einer Geschwindigkeitsüberwachungsanlage zwischen Burscheid und dem Leverkusener Kreuz anordnen. Sie wird als letztes Mittel zur Verhinderung der oft tödlichen Unfälle betrachtet. Von Gundhild Tillmanns

Berufspendler und sonstige Kraftfahrer, die die Autobahn 1 von Wermelskirchen oder Burscheid in Richtung Leverkusener Kreuz nutzen müssen, wissen um den gefährlichen Unfallbrennpunkt bei Kilometer 400: Alleine in der ersten Septemberwoche gab es dort an zwei Tagen hintereinander zwei schwere Verkehrsunfälle mit Lkw- und einen weiteren mit Pkw-Beteiligung. Sechs Menschen wurden verletzt. Im Mai kam sogar ein Lkw-Fahrer zu Tode. Und die Unfallursache ist immer die gleiche: zu schnelles Auffahren auf das Stauende.

Soll das so weitergehen? Was tun die Polizei, Straßen.NRW und die Städte Burscheid und Leverkusen zur Behebung der Gefahr?, fragte unsere Redaktion angesichts der neuerlichen Unfallhäufung nach. Am Zuge sind jetzt die Bezirksregierung Köln und der Rheinisch-Bergische Kreis: Denn nachdem die Polizei Köln sagt, sie habe alle Mittel ausgeschöpft, soll nun eine stationäre Geschwindigkeitsüberwachungsanlage endlich dafür sorgen, den Unfallbrennpunkt zu entschärfen.

Das ist die A1-Brücke bei Leverkusen FOTO: US

Dazu hieß es gestern von der Bezirksregierung auf Anfrage unserer Redaktion: Die Unfallkommission habe jetzt beschlossen, dass die Voraussetzungen zur Installierung einer solchen Anlage zweifelsfrei vorlägen. Und die müsse vom Rheinisch-Bergischen Kreis installiert und betrieben werden. Der genaue Standort und die technischen Einzelheiten sollen nach einem Abstimmungsgespräch Ende September festgelegt werden. Somit kann der neue "Blitzer" an der A 1 zwischen Burscheid und Leverkusener Kreuz frühestens im Oktober aufgebaut und scharf geschaltet werden.

Die für diesen Streckenabschnitt zuständige Polizei Köln listet ein ganzes Paket von technischen und personellen Maßnahmen auf, die bereits ergriffen worden sein sollen und verweist ansonsten weiter an die Städte Leverkusen und Burscheid: Mit diesen sei vereinbart, dass diese Kommunen eine zusätzliche stationäre Geschwindigkeitsüberwachung für Lkw und Pkw einrichten sollten, sagt ein Polizeisprecher. Natürlich sei eine solche Anlage zunächst mit Kosten für die Städte verbunden. Aber sie amortisiere sich schließlich, was auch bei den Blitzanlagen auf der A 1-Brücke zu bemerken sei.

Drei Schwerverletzte, vier beteiligte Fahrzeuge: Ein Lkw ist auf das Stauende zwischen Burscheid und dem Leverkusener Kreuz aufgefahren. Wie bei diesem Unfall ist dies fast immer die Ursache für schwere Kollisionen, sogar teilweise mit Toten. FOTO: Uwe Miserius

Für Burscheid ist bekanntlich der Rheinisch-Bergische Kreis als Straßenverkehrsbehörde zuständig. Von dort hieß es: "Wir brauchen das Placet der Bezirksregierung, um dort eine stationäre Geschwindigkeitsüberwachungsanlage zu installieren", sagte Kreissprecherin Birgit Bär. Für den Rheinisch-Bergischen Kreis wird das dann ein Debüt. Denn an Autobahnen betreibt der Kreis bislang noch keine stationären "Blitzer". Leverkusen hat (noch) keine Order aus Köln, an dieser Stelle ebenfalls aktiv zu werden.

Die Polizei Köln kündigt indes an: "Wir werden an dieser Stelle nicht locker lassen, die Kontrollen laufen weiter!" Bislang seien in der ersten Phase die Geschwindigkeitsbegrenzungen auf 60 km/h für Lkw und 100 km/h für Pkw verfügt worden. Außerdem erinnert der Polizeisprecher an das Überholverbot für Lkw. In Phase zwei seien nun mit großem personellen Aufwand Kontrollen gestartet worden: "Und die beziehen sich nicht nur auf die Geschwindigkeit, sondern auch auf Handys am Steuer und den Sicherheitsabstand", betont der Sprecher.

Die aufgebauten Betonpalisaden ermöglichten es der Polizei jetzt auch, Lkw-Fahrer anzuhalten und zur Rede zu stellen. Denn neben zu hohem Tempo beim Auffahren auf das Stauende spielten auch immer wieder Ablenkung (etwa durchs Handy) und ein zu geringer Sicherheitsabstand eine fatale Rolle bei den fast immer schweren Unfällen in diesem Streckenbereich.

Es bleibe der Polizei nur noch der Appell an die Kraftfahrer, sich nicht zu schnell, vorsichtig, konzentriert, mit genügend Abstand dem Stauende zu nähern - und die Warnleuchten einzuschalten.

Quelle: RP
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