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Leverkusen/Köln
Polizei fordert Tempolimit auf der A3

Transporter übersieht Stauende auf der A1
Transporter übersieht Stauende auf der A1 FOTO: Uwe Miserius
Leverkusen/Köln. Immer wieder kommt es auf den Autobahnen bei Leverkusen und Köln zu schweren Unfällen - zuletzt wurden am Mittwoch vier Menschen verletzt. Jetzt drängt die Polizei auf Tempolimits für gefährliche Strecken-Abschnitte. Von Susanne Genath

Erst am Montag hatte Kölns Polizeipräsident Jürgen Mathies angesichts stark gestiegener Unfallzahlen auf den Autobahnen rund um Köln und Leverkusen Alarm geschlagen. Montagmittag mussten die Rettungskräfte wieder ausrücken: Auf der A1 in Fahrtrichtung Köln waren vier Autos in einen Unfall verwickelt. Ein 50-jähriger Transporterfahrer hatte laut Polizei gegen 11.30 Uhr etwa zwei Kilometer vor dem Leverkusener Kreuz ein Stauende übersehen, war in einen Pkw gefahren und hatte diesen und zwei weitere Fahrzeuge durch die Wucht des Aufpralls ineinandergeschoben.

Die Folge: Vier Menschen (22, 28, 36, 50) wurden verletzt, zwei von ihnen schwer. Die Unfallstelle konnte erst gegen 14.45 Uhr geräumt werden. Ein Autofahrer, der auf der Gegenfahrbahn anhielt, um Fotos zu machen, wurde angezeigt.

Viele Tote auf Kölns Autobahnen

Der Bereich ist unfallträchtig. Schon sehnsüchtig wartet die Polizei daher auf die Radarfalle auf der A1, die Autofahrer voraussichtlich ab Anfang 2017 zum Einhalten der Geschwindigkeitsbegrenzung mahnen soll. "Wir mussten feststellen, dass Genehmigungsverfahren sehr lange dauern können", bedauert Mathies. Daher müsse die Polizei mit eigenen Kontrollen schneller reagieren, um weitere schwere Unfälle zu vermeiden. Es seien auch nicht immer nur Lkw-Fahrer, die schwere Unfälle insbesondere an Stauenden verursachten. "Auch Pkw-Fahrer sind am Steuer oft abgelenkt - unter anderem durch unerlaubte Handynutzung. Deshalb werden etwa gleich viele Unfälle durch Lkw- und Pkw-Fahrer verursacht."

Neben der Unachtsamkeit seien es vor allem fehlende Tempolimits, die zu den schweren Unfällen führten. Grund: die unterschiedlichen Geschwindigkeiten auf den einzelnen Fahrstreifen. "Rechts fahren die Lkw mit Tempo 80, links rasen Pkw mit bis zu 250 km/h." Wenn es dann bei einem Spurwechsel zu einem Zusammenstoß komme, sei die Wahrscheinlichkeit von schweren oder gar tödlichen Verletzungen hoch.

Bei fast allen 18 Unfällen mit tödlich Verletzten auf den Autobahnen rund um Köln und Leverkusen in diesem Jahr sei die Geschwindigkeit mit entscheidend gewesen. "Wir lassen deshalb unter anderem auf einigen noch freien Teilstücken auf der A3 Anordnungen von Geschwindigkeitsbegrenzungen prüfen", berichtet Mathies.

Bei der Straßenverkehrsbehörde in Köln liegt noch keine entsprechende Anfrage von der Polizei vor. Man versperre sich begründeten Vorschlägen aber nicht. "Entschärfende Maßnahmen an Unfallschwerpunkten können Leben retten", sagt Kölns Regierungspräsidentin Gisela Walsken unserer Redaktion. "Überholverbote, Tempolimits und Blitzer können aber eines nicht ersetzen: Einen besonnenen und vorausschauenden Fahrstil eines jeden Verkehrsteilnehmers."

Als Straßenverkehrsbehörde für die Bundesautobahnen ist die Bezirksregierung Köln für die Anordnung aller Verkehrszeichen auf den Autobahnen im Regierungsbezirk Köln zuständig. Über die erforderlichen Beschilderungen entscheidet sie nach eigenen Angaben in Abstimmung mit dem Landesbetrieb Straßen. NRW und der Polizei.

Quelle: RP
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