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Leverkusen
Abbruch am Bahnhof Opladen verzögert sich

Der unangenehme Bahnhofstunnel
Leverkusen. Der fast handgroße Mauersegler erreicht im Sturzflug Tempo 200, als brütender Gast am Bahnhof Opladen hat er aber die Abbrucharbeiten verlangsamt. Von Ulrich Schütz

Diesmal waren es keine Feldhamster oder Kreuzkröten, die störten, sondern der Mauersegler hat die Abrissarbeiten am Bahnhof Opladen leicht ins Stocken gebracht. Zum Schutz der brütenden Vögel, die sich in einem Teil der ehemaligen Güterabfertigungshallen eingenistet hatten, musste ein Gebäudestück zunächst stehen bleiben. Jetzt sind die Mauersegler weg, es kann weitergehen. Zudem waren noch einige Abstimmungsgespräche und statische Berechnungen für die Genehmigung der Abrisspläne zu erledigen. Insgesamt jedoch verzögert sich das Freiräumen bis in den September, sagte gestern Vera Rottes, Geschäftsführerin der städtischen Bahnstadt-Gesellschaft und schiebt zur Beruhigung nach: Der Gesamtrahmentermin wird eingehalten.

"In der Unterführung wird es immer unangenehmer": Rohre, Fundamente, Dreck, Dunkelheit stören das Wohlbefinden. FOTO: Uwe Miserius

Betroffen sind allerdings bald die Nutzer des Bahnhofs. Nächste Woche wollen Rottes und Bahnvertreter berichten, wie sich die Abbrucharbeiten des Bahnhofsgebäude auf die Fahrgäste und die Zugänge zu den Bahnsteigen auswirken werden. "Die Menschen wollen schon wissen, ob sie durch Staubwolken laufen müssen, und wie das Ganze sonst so funktioniert", sagte die Geschäftsführerin.

Die detaillierten Informationen werden gerade vorbereitet. Klar ist: Der Bahnverkehr und damit auch der Zutritt zu den Bahnsteigen soll während des Abbruchs möglich bleiben. Derzeit werden der Bahnhof, die Gaststätte und das daneben liegende Bahngebäude entkernt und entrümpelt. (Auf dem Gelände des Bahnhofsgebäude wird die neue Güterzugstrecke verlegt).

Ab nächster Woche wird die Aufzugstechnik montiert. FOTO: Miserius, Uwe (umi)

Immer unangenehmer wird die Situation an und in der Unterführung zwischen Bahnhof und Lützenkirchener Straße, sagt Rottes - auch geprägt von eigener Erfahrung als Fahrgast. Tatsächlich sehen die Passanten zu, dass sie schnell die Gleisunterführung gepackt kriegen. Der Tunnel war gestern verdreckt, bei starkem Regen ist er gern auch mal knöcheltief voll Wasser. Zudem ragen auf der einen Seite Fundamente in den Gang, auf der anderen verengen sechs übereinander liegende große Leerrohrstrecken den Durchgang. Die neue Brücke müsse bald nutzbar werden, sagt Rottes. Gerade wird abgeklärt, wann das sein kann, denn noch bestehen die Geländer über weite Strecken aus dem provisorischen Bretterschutz.

Aber es wird: Ab Montag sollen die Aufzüge durch die Firma Schindler montiert werden, gestern liefen dafür schon Vorarbeiten. Teile der Aufzugstürme sind schon mit Glasfronten versehen worden. Die Endmontage der Rolltreppen läuft ebenfalls. Unterhalb des langen Brückenzugangs für Fahrradfahrer oder Familien mit Kinderwagen etc. wurde gestern asphaltiert, eine Vorarbeit für den neuen Radabstellplatz.

Das ist die Anstieg vom Bahnsteig auf die Brücke, auf der anderen Seite geht es gleichermaßen wieder runter - per Treppe ein langer Weg. FOTO: Miserius, Uwe (umi)
Quelle: RP
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