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Leverkusen
Abiturienten feiern friedlich "Woodstock"

Abi-Mottowoche am Landrat-Lucas-Gymnasium Leverkusen
Leverkusen. Im Zeichen von Liebe und Frieden stand der gestrige Tag der Mottowoche am Landrat-Lucas-Gymnasium in Opladen. Für die gewalttätigen Ausschreitungen von Abi-Partys in Köln haben sie kein Verständnis. Von Susanne Genath

11.15 Uhr. Im Foyer des Landrat-Lucas-Gymnasiums ist das eigene Wort nicht zu verstehen. Laute Musik dröhnt aus zwei großen Boxen. Die Bühne füllt sich mit Jugendlichen, die teilweise Blumen im Haar, lange Röcke und Schlaghosen tragen und ausgelassen tanzen. "Woodstock" lautete das Motto des gestrigen Tages. Denn die rund 250 Schulabgänger an der Peter-Neuenheuser-Straße feiern jetzt die Abi-Mottowoche.

"Wir haben zwar noch Unterricht, machen aber in den Pausen Party", erklärt Abiturientin Linda Chicava begeistert in einer kurzen Tanzpause. Dazu habe sich der Jahrgang eigens T-Shirts mit dem Logo anfertigen lassen. Für die Ausschreitungen von Gymnasiasten in Köln, bei denen auch einige schwer verletzt wurden, hat die 18-Jährige kein Verständnis. "Wir haben mit Mitschülern darüber gesprochen und finden alle, dass so ein Verhalten unter die Gürtellinie geht." Damit schade man nur seinem weiteren Lebensweg. "Wir feiern hier friedlich und treten zum Beispiel am Freitag in einem Spiel gegen das Werner-Heisenberg-Gymnasium an."

"Flower Power" im Foyer an der Peter-Neuenheuser-Straße: Die Schulabgänger am Landrat-Lucas-Gymnasium zeigten sich gestern im Look der Friedensbewegung. Sie wollen bei ihrer Mottowoche Spaß in der Schule haben, erklären sie. FOTO: Uwe Miserius

Auch Stufenleiterin Claudia Distelrath ist zufrieden. "Wir kontrollieren, was die Schüler machen", sagt die Lehrerin. "Aber bisher ist alles im Rahmen." Neben einem Flower-Power-Tag - wie gestern - stünden bei den Mottowochen regelmäßig Erinnerungen an die Kindheit und - wie heute - ein "Assi-Tag" auf dem Programm.

"Wir haben im Vorfeld mit dem Organisationskomitee gesprochen und den Schülern gesagt, was möglich ist und was nicht", berichtet Schulleiter Michael Bramhoff. "Die Schüler haben aber schon von sich aus versichert, dass sie so einen Blödsinn wie in Köln nicht machen würden." Fröhliches Feiern in der großen Pause und in der Mittagspause hingegen seien erlaubt. "Die Schüler tanzen und haben Spaß. Das freut uns auch."

Bramhoff kann die gewalttätigen Auseinandersetzungen in Köln zwischen Abiturienten ebenfalls nicht nachvollziehen. "Es ist völlig absurd", sagt er. "Die spielen sich eine Scheinfeindschaft unter den Schulen vor. So etwas haben wir in Leverkusen nicht." Er stehe angesichts der Vorfälle in Köln in regelmäßigem Kontakt zu den anderen Leverkusener Schulleitern. "Bisher habe ich nur positive Rückmeldungen bekommen." Die Polizei hat nach eigenen Angaben nach den Ausschreitungen in Köln das eingesetzte Personal zu den Abi-Mottowochen in Köln verstärkt. "Im Stadtgebiet Leverkusen gab es in der ganzen Woche keine Einsätze mit Abibezug", sagt Sprecher Dirk Weber.

Quelle: RP
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