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Leverkusen
Absturzkatastrophe: Köln rüstet sich für Trauerfeier

Haltern am See: Gedenkgottesdienst für Absturz-Opfer
Haltern am See: Gedenkgottesdienst für Absturz-Opfer FOTO: dpa, mb cul
Leverkusen. Auch für die Polizei Köln/Leverkusen bedeutet der Staatsakt am Freitag, 17. April, im Dom eine ganz besondere Herausforderung. Von Peter Korn

Etwa 500 Angehörige der Opfer der Germanwings-Katastrophe sowie Staatsgäste aus der ganzen Welt werden am Freitag in Köln erwartet. Die zentrale Trauerfeier für die Absturz-Opfer wird zum Großereignis - das auf die Kölner Domplatte übertragen werden soll.

Auch für die Polizei Köln/Leverkusen bedeutet der Staatsakt am 17. April im Dom eine ganz besondere Herausforderung - obschon ursprünglich erwartete gekrönte Häupter und Staatschefs wie etwa Spaniens König Felipe oder Frankreichs Präsident Francois Hollande wohl nicht kommen werden. Für sie sollen hochrangige Minister teilnehmen, hieß es zuletzt.

"Bundespräsident Joachim Gauck, Kanzlerin Angela Merkel, Ministerpräsidentin Hannelore Kraft - allein diese prominenten Politiker erfordern schon eine gewisse festgelegte Strategie in unseren Vorbereitungen", erläuterte ein Sprecher der Polizei Köln/Leverkusen gestern auf Anfrage. Mehrere hundert Polizisten, teils aus den Einsatzhundertschaften, seien rund um den Dom und im Gebäude im Einsatz. "Dass ist für uns sicher ein Großereignis, aber keines, das wir von der Größenordnung her nicht schon kennen würden", betonte der Sprecher; zumal es sich ja nicht, wie etwa beim Fußball oder bei Demonstrationen um einen konfliktbeladen Termin handele. Gleichwohl gelte auch hier: Durch die Übertragung der Trauerfeier auf die Domplatte wird die Polizei den Personaleinsatz noch einmal erhöhen.

In insgesamt 19 Ländern wird um Staatsbürger getrauert, die an Bord der Unglücksmaschine waren - von Australien bis zur Elfenbeinküste. Und aus all diesen Ländern werden Trauergäste erwartet. Lufthansa hatte zuletzt angekündigt, die Reisekosten für sie zu übernehmen.

Der Kölner Erzbischof Rainer Maria Kardinal Woelki wird gemeinsam mit Präses Annette Kurschus von der Evangelischen Kirche ab 12 Uhr die Trauerfeier im Dom leiten. Die Reden halten Bundespräsident Joachim Gauck und NRW-Ministerpräsidentin Hannelore Kraft. Anschließend soll es ein Treffen mit Angehörigen im Maternushaus geben.

Für einiges Kopfschütteln im Vorfeld hat eine Ankündigung der Stadt Köln hinsichtlich der Baustellen in der Domstadt gesorgt: Die Stadt hatte gemeldet, Oberbürgermeister Jürgen Roters habe sich mit dem Verkehrsdezernat auf einen neuen Standard für die großen Kölner Baustellen und Projekte verständigt - nicht nur, aber auch wegen der Trauerfeier, damit "alle nationalen und internationalen Gäste einen angemessen guten Eindruck von Köln mitnehmen". Unter anderem solle "auch während der Bauzeit das Gelände durch die beauftragten Unternehmen in einem Zustand gehalten werden, dass dort ein zumindest geordneter Eindruck entsteht und keine Müllberge lagern".

Kritiker merkten süffisant an, damit wisse jetzt jeder, wie es in der Domstadt wirklich aussieht.

Quelle: RP
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