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Leverkusen
Abzocke beim Surfen mit dem Handy

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Leverkusen. Die Verbraucherzentrale kümmert sich im Moment um zahlreiche Leverkusener, denen beim Nutzen des Internets auf dem Mobiltelefon ungewollt Abo-Verträge untergeschoben wurden. Insgesamt kamen 6767 Ratsuchende im Jahr 2015. Von Susanne Genath

Mit dem Handy im Internet zu surfen, kann Spaß machen, aber auch Fallstricke bergen. "Gerade eine neue Bezahl-Form über die Handyrechnung, das ,WAP-Billing', wird oft von unseriösen Anbietern missbraucht", berichtet Sylvia Zimmermann, Leiterin der Leverkusener Verbraucherzentrale. "Wir haben zurzeit eine regelrechte Welle von Ratsuchenden, denen dadurch ungewollt Geld abgebucht wurde." Die Verbraucherzentrale hat jetzt ihren Bericht über das vergangene Jahr vorgelegt.

Die Masche der Betrüger: "Während man beispielsweise auf einer Urlaubsseite surft, legt sich plötzlich ein Werbebanner über das Bild. Wer es wegklickt, um wieder zur Seite zurückzukommen, kann damit ungewollt ein Abo abgeschlossen haben, durch das wöchentlich Beträge zwischen 1,99 und 9,99 Euro abgebucht werden." Solcher Abzocke könne man leicht mit einer Drittanbieter-Sperre auf dem Handy begegnen. "Das abgebuchte Geld zurückzubekommen, ist aber oft schwierig. Besonders, wenn die Firmen ihren Sitz im Ausland haben."

Probleme rund um Telefon und Internet waren 2015 die Topthemen bei den 6767 Ratsuchenden (Vorjahr: 7635), die sich an die Leverkusener Verbraucherzentrale wandten. Rund 20 Prozent von ihnen nahmen die Rechtsberatung in Anspruch, berichtet Zimmermann. Darüber hinaus zählte die Beratungsstelle 5501 Zugriffe auf ihre Internetseite sowie 2140 Kontakte durch Veranstaltungen. Informationen zu Bankgeschäften und Mietrecht waren ebenfalls stark gefragt. Ein Drittel aller Ratsuchenden verfügte nur über ein geringes Einkommen und wurde kostenfrei beraten. Auch Flüchtlinge kamen mit Verbraucherproblemen.

"Ihnen wurden Mobilverträge unterschoben oder an der Haustür Stromverträge aufgeschwatzt", erzählt die Leiterin der Beratungsstelle. "Oder sie haben ungeeignete Ratenzahlungen bei Käufen im Internet vereinbart." Probleme, die oft durch Sprachschwierigkeiten hervorgerufen werden. "Wenn jemand an der Tür klingelt und etwas verkaufen will, verstehen die Menschen meistens gar nicht, wovon die Rede ist. Aber wenn sie unbedarft einen Vertrag unterschreiben, sind sie trotzdem daran gebunden." Die Verbraucherzentrale helfe dann, die Verträge abzuändern oder rückgängig zu machen. Sie will ihr Beratungsangebot bei Flüchtlingen auch noch bekannter machen. "Wir planen zu diesem Zweck Schulungen für Haupt- und Ehrenamtliche, die im Bereich der Flüchtlingsarbeit tätig sind."

Die Verbraucherzentrale an der Dönhoffstraße 27 in Wiesdorf ist mit zwei Vollzeitstellen ausgestattet. Hinzu kommen sieben Honorarkräfte, die stundenweise im Einsatz sind. Über Besuche an Schulen hat die Beratungsstelle im vergangenen Jahr mehr als 900 Schüler erreicht und sie unter anderem für das Thema Schulden sensibilisiert.

95 Prozent der Besucher kommen aus Leverkusen. "Wir haben aber auch Ratsuchende aus Leichlingen, Burscheid, Flittard und Stammheim", berichtet Sylvia Zimmermann. Die Bündelung von Einzelfällen mache die Verbraucherschützer stark. "Leverkusen hat dazu beigetragen, dass die Verbraucherzentrale NRW eine Verbandsklage gegen Inkassobüros durchführen konnte", erzählt sie. Folge: "Einige der Büros haben Unterlassungserklärungen abgegeben."

Quelle: RP
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