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Leverkusen
Acht neue Arbeitsplätze für Flüchtlinge

Leverkusen: Acht neue Arbeitsplätze für Flüchtlinge
Sabiyye Hanifi gehört zu dem ersten Team, das für das Projekt "Flüchtlinge für Flüchtlinge" arbeitet. FOTO: Uwe Miserius
Leverkusen. Der Caritasverband und die Stadt Leverkusen starten das Projekt "Flüchtlinge für Flüchtlinge". Hierbei liegt das Ziel im Vordergrund, den Flüchtlingen wieder eine Struktur in ihren Alltag zu bringen. Von Severin Trompetter

In der einen Ecke sind zwei Regale aufgestellt. Darin stehen Gesellschaftsspiele, Bücher, Fußbälle. Auf dem Boden liegt ein Verkehrsteppich. Überall stehen Kleiderwagen, an denen gut sortiert Kleidungsstücke hängen. In der anderen Ecke des Raumes stehen acht Personen, die Anziehsachen falten und in Regale räumen.

Die acht Frauen und Männer sind Flüchtlinge aus Afghanistan, Albanien und dem Irak und haben das, was viele Flüchtlinge nicht haben - eine sinnvolle Beschäftigung. Das Projekt, dass dies ermöglicht, nennt sich "Flüchtlinge für Flüchtlinge" und ist durch die Zusammenarbeit von Caritas Leverkusen und der Stadt entstanden.

Ziel dieses Vorhabens ist es, die Flüchtlinge aus den Notunterkünften zu holen und ihnen die Möglichkeit zu geben, sich aktiv einzubringen. Daraus resultiert eine strukturierte Tagesplanung und die Stärkung von Eigenverantwortung und Selbstwertgefühl für die "Neubürger der Stadt", wie sie Caritasdirektor Wolfgang Klein bei der Begrüßung nennt. Was genau ist das für ein Projekt? "Flüchtlinge für Flüchtlinge" ist eine Auffangstation für Kleidung, Spielsachen und mehr. "Besonders an dem Projekt ist, dass es von Flüchtlingen geführt wird. Es ist schon dermaßen erfolgreich, dass mehr Leute hier arbeiten wollen", sagt Dominik Kramm (pädagogische Fachkraft). Mit ihm arbeitet Stefanie Strieder, die den Posten der Fachdienstleistung sozialer und beruflicher Integration inne hat.

Die Hauptaufgabe der Flüchtlinge in dem Projekt sei es, die Spenden anzunehmen, zu sortieren und für einen "symbolischen Preis" zu verkaufen. "Den Verkaufspreis sehen wir eher als Spende an", meint Kramm, "man merkt, dass das Projekt die erste Möglichkeit raus aus der Isolation ist, deshalb wollen wir das Ganze längerfristig auch erweitern."

Einer der Flüchtlinge, der 23-jährige Tayseer aus Afghanistan, bestätigt diesen Eindruck: "Mir fiel vor Langeweile oft die Decke auf den Kopf. Ich war fünf Jahre Journalist und hatte immer etwas zu tun. Durch das Projekt lerne ich neue Leute kennen und kann Deutsch üben."

Über die neue Chance sei er sehr dankbar und hoffe auf eine gesicherte Zukunft in Deutschland.

Quelle: RP
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