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Leverkusen
Ärger über weniger Sparkassen-Filialen

Leverkusen: Ärger über weniger Sparkassen-Filialen
Die Filiale am Königsberger Platz besteht jetzt nur noch aus Automaten. Die Mitarbeiter sind zur Filiale an der Wupperstraße umgezogen. FOTO: Susanne Genath
Leverkusen. Viele RP-Leser sind empört darüber, dass die Sparkasse jetzt drei weitere Filialen geschlossen hat. Nun gibt es nur noch zehn Standorte im Stadtgebiet, die mit Mitarbeitern besetzt sind. Von Susanne Genath

Nachdem die Sparkasse Mitte März die ersten drei Filialen geschlossen hatte, folgten vor einer Woche drei weitere. Nun gibt es an den Standorten Wiesdorfer Platz, Steinbüchel, Manfort, Rheindorf-Nord, Waldsiedlung und Alkenrath nur noch Geldautomaten, Überweisungsterminals und Kontoauszugsdrucker, aber keine Mitarbeiter mehr. Das ärgert insbesondere viele ältere Menschen, die in Sachen Geld den persönlichen Kontakt bevorzugen. Auch etliche RP-Leser reagieren im sozialen Netzwerk Facebook empört.

Eine Frau schreibt zum Beispiel: "Das ist, grade für ältere Menschen, eine Zumutung! Für jeden Mist kassiert die Sparkasse extra Gebühren, bietet aber keinen Vor-Ort-Service." Eine andere Leserin findet: "Das nennt sich kundenfreundlich. Nicht nur erhöhte Gebühren, sondern auch noch weite Wege. Leider können nicht alle Senioren zu einer Online-Bank wechseln." Ähnlicher Meinung ist folgender Kommentator: "Für jeden (älteren) Menschen, der noch auf die Bank vor Ort in der ein oder anderen Weise angewiesen ist, ist die Handlungsweise der Bank ein Unding. Und dann ne Kugel auf einen Platz stellen, die 10.000 Euro gekostet hat und nun auch für Werbung genutzt wird."

"Dann sollten aber auch endlich die überhöhten Kontoführungspreise gesenkt werden", schreibt ein Leser. Ein anderer meint: "Erst zumachen, dann auf der Hauptkasse nur ein Schalter ab und zu, auf aber 8,45 Euro Kontogebühr verlangen."

"Was für eine Kundenfreundlichkeit der Sparkasse (Ironie lässt grüßen)!", heißt es in einem weiteren Kommentar. "Allein deswegen kann ich mir sehr gut vorstellen, dass nun viele ihr Konto wechseln und zur Postbank gehen. Als Bonbon wird dann sogar noch wahrscheinlich das neue Konto kostenfrei."

Die 30 Mitarbeiter aus den sechs geschlossenen Filialen sind der Sparkasse zufolge in die nächstgelegenen Filialen versetzt worden: von Steinbüchel nach Fettehenne, von Manfort nach Küppersteg, vom Wiesdorfer Platz in die Hauptstelle, aus der Waldsiedlung und von Alkenrath nach Schlebusch, von Rheindorf-Nord nach Rheindorf-Süd. Darüber hinaus hat das Kreditinstitut in zwei Altenheimen der Arbeiterwohlfahrt (Rheindorf und Fetthenne) eine monatliche Sprechstunde eingeführt. Insgesamt hat die Sparkasse in Leverkusen jetzt noch zehn personenbesetzte Filialen. Die Zahl der Selbstbedienungsstandorte in der Stadt ist im Gegenzug von fünf auf elf gestiegen. Die Sparkasse will mit den Filialschließungen nach eigenen Angaben vornehmlich keine Kosten sparen, sondern auf geändertes Kundenverhalten reagieren. Durch die Digitalisierung erledigten viele der etwa 100.000 Privatkunden ihre Bankgeschäfte online. "Im Durchschnitt kommt jeder nur noch einmal im Jahr in eine Filiale", hatte Vorstandsmitglied Markus Grawe Anfang des Jahres erklärt. Ziel sei es, den Marktanteil von 60 Prozent im Privatkundengeschäft in Leverkusen auszubauen.

Gleichzeitig hat die Sparkasse ihre Öffnungszeiten vereinheitlicht: Die Geschäftsstellen in Wiesdorf, Schlebusch und Opladen haben täglich von 9 bis 18 Uhr geöffnet, samstags von 10 bis 13 Uhr. Die übrigen personenbesetzten Filialen in der Stadt sind montags bis freitags von 9 bis 16 Uhr, dienstags und donnerstags bis 18 Uhr offen, Mittagspause ist jeden Tag von 13 bis 14 Uhr.

Quelle: RP
 
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