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Leverkusen
"Äu"-Modell aus über 1000 Pappteilen

Leverkusen: "Äu"-Modell aus über 1000 Pappteilen
Mit Akribie und Liebe zum Detail erstellt der Bastler sein Arbeitsmodell, um danach später den eigentlichen Bausatz für den Witzheldener Funkturm zu machen. FOTO: Miserius Uwe
Leverkusen. Ein Witzheldener Modellbauer hat mit der Arbeit an seinem Miniatur-Funkturm begonnen. Der erste Entwurf im Maßstab 1:50 wird vier Meter hoch und könnte später einmal in einem Ladenlokal des Dorfes ausgestellt werden. Von Bernd Rosenbaum

Was zunächst nur eine fixe Idee war, nimmt langsam erste Gestalt an: Der leidenschaftliche Modellbauer Ralf Hartstang hat mit den Arbeiten an einer Miniaturversion des "Langen Äu" begonnen. Seit einigen Tagen sitzt er am Computer und entwickelt die Einzelteile, aus denen er nun erst einmal ein Modell aus Papier im Maßstab 1:50 erschaffen will.

"Seit einer Woche arbeite ich von morgens bis abends daran, die Bauteile zu zeichnen", schildert Hartstang. Die Skizzen entstehen dabei am PC. Diese druckt er dann über einen angeschlossenen Plotter auf Pappbögen aus, wobei das Gerät mit unzähligen feinen Nadelstichen die Konturen der Teile ins Papier drückt, so dass Hartstang sie anschließend nur noch aus der Pappe herausbrechen muss. "Wenn ich die Teile alle von Hand ausschneiden müsste, hätte ich wahrscheinlich jetzt schon aufgegeben", glaubt der 48-Jährige, der bereits etwa 40 Stunden seiner Freizeit in die Erstellung der ersten Teile investiert hat. Aus diesen hat er nun eine der insgesamt acht Plattformen zusammengesetzt, die entlang des im Original genau 202 Meter hohen einstigen Funkturms montiert waren.

Mit einer Spritze setzt Ralf Hartstang jede Niete einzeln auf das Geländer an einer der Arbeitsplattformen des "Äu"-Modells. FOTO: Uwe Miserius

"Das Arbeitsmodell wird sicher über 1000 Einzelteile zählen, wenn es fertig ist", ist Hartstang überzeugt. Eigentlich dient die Vorversion aus Pappe, die am Ende vier Meter hoch sein wird, nur dazu, um ihm die Entwürfe für das eigentliche Turmmodell zu erleichtern. "Dank des Papiers als günstiger Werkstoff kann ich ausprobieren, wie man das Endmodell am besten aufbaut. Am Arbeitsmodell kann man viele Probleme schnell erkennen, über die man sich sonst am Computer stundenlang den Kopf zerbrechen würde", erklärt Hartstang, der seiner Modellbauleidenschaft schon seit sage und schreibe 38 Jahren nachgeht.

Dabei liebt er besonders die Herausforderung, seinen Miniaturen einen authentischen Anschein zu verpassen. So trimmt er mit verschiedenen Kniffen und Farbtechniken seine Modelle künstlich auf alt - inklusive winziger Nieten und realistischer Rostausblühungen. Einen Modell-Lkw zum Beispiel hat er schon in stundenlanger Kleinstarbeit mit Lehmklumpen und verschmierter Windschutzscheibe "gepimpt", dass das Mini-Fahrzeug tatsächlich so aussah, als sei es gerade durch ein völlig verschlammtes Nato-Übungsgelände gedüst. Auch der ersten Arbeitsplattform, die Hartstang jetzt für den Äu baute, hat er diese "Patina" verliehen. Für die Pinselarbeit zum Auf-alt-trimmen braucht man sehr viel Geduld. "Und man muss die innere Bereitschaft und den Willen haben, Entwürfe noch einmal ganz neu zu machen, wenn sie nicht funktionieren.

Der fertige Modellbausatz, den Hartstang irgendwann aus dem Arbeitsmodell entwickeln will und dessen Einzelteile dann voraussichtlich aus einem witterungsbeständigen Keramik-Polymer im 3D-Pulverdruckverfahren erzeugt werden, wird aber wohl in schlichtem Weiß sein. Den können die Käufer dann selbst bemalen oder sie geben die Bemalung bei Hartstang in Auftrag. Eine Herausforderung wird auch sein, den Bausatz im Maßstab 1:200 so zu konzipieren, dass auch ein durchschnittlicher Hobbybastler den dann etwa einen Meter hohen Turm auch problemlos alleine zusammenbauen kann. Wann das fertig sein wird, kann Hartstang nicht abschätzen. Das Vier-Meter-Arbeitsmodell, das auch eine originalgetreue Beleuchtung bekommen soll, könnte nach den Vorstellungen von Ralf später einmal in einem Schaufenster im Dorf ausgestellt werden.

Weitere Fotos: www.rh-modell.de

Quelle: RP
 
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