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Leverkusen
Alpintag mit neuen Freizeittrends

Leverkusen: Alpintag mit neuen Freizeittrends
Aussteller Sven Riedesel mit seinem "Fat-Bike", einem 26-Zoll-Fahrrad für Fahrten in extremem Gelände. FOTO: Uwe Miserius
Leverkusen. Die Outdoor-Fans wollen immer mehr Sportreisen, die mit Wellness und Luxus verbunden sind. Von Ina Bodenröder

Die Gesichter der Passanten sprachen Bände. Beim Anblick des Fat-Bikes', das der Burscheider Fahrradhändler Sven Riedesel am Samstag auf dem Alpintag im Forum präsentierte, lag den meisten nur eine Frage auf der Zunge: "Was und wofür ist das denn?" Die Reifen des 26-Zoll-Fahrrades sind mit rund elf Zentimetern doppelt so dick wie die eines Mountainbikes', haben aber einen geringen Luftdruck. Eine Federung ist dadurch überflüssig. "Der Fahrer bekommt eine immense Fahrkontrolle jenseits der Straße", erklärt Riedesel. Gebaut wurde der Monstertruck auf zwei Rädern ursprünglich für Schnee, Strand und Extremgelände, bringen soll er vor allem eines: Fahrspaß. Damit liegt er voll im Trend. "Die Menschen wollen wieder aufs Rad und zurück in die Natur. Die Nachfrage nach Tourenradreisen jenseits der befahrenen Straßen ist auch im Bergischen Land hoch", sagt er. Hier komme den Radlern das große Wanderwegenetz entgegen.

Bergschulleiter Alexander Römer bestätigte diese Entwicklung: "Wandern und Trekking ist zum Breitensport und -urlaub geworden", sagte der Münchner. Doch mit spartanischen Hüttentouren von damals habe das heute nur noch wenig zu tun. "Die Wanderer möchten mittlerweile auf die Wellnessoase am Abend nach den Anstrengungen des Tages nicht mehr verzichten", weiß er. Das stellt auch die Veranstalter vor große Herausforderungen: Es geht nicht mehr von Hütte zu Hütte, sondern von Hotel zu Hotel. Karl-Heinz Kubatschka, Chef des Kölner Alpenvereins, der den Alpintag organisierte, beobachtet weitere Trends: "Multitouren sind beliebt. Dabei können die Urlauber täglich wählen, ob sie wandern, radfahren oder Yoga machen wollen. Auf Luxus will auch da niemand verzichten." Zu den beliebten Strecken gehören Transalp-Querungen. Die Reisen nach Nepal sind nach den schweren Erdbeben um 70 Prozent eingebrochen. "Das halten wir für ein ganz falsches Signal", sagt Kubatschka. Man dürfe das Land, das vom Tourismus lebe, in schwerer Zeit nicht vergessen. Deshalb übergaben die Veranstalter einen Scheck über 7000 Euro für Infrastrukturprojekte in Nepal an ihren Dachverband Deutscher Alpenverein.

Quelle: RP
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